technischer, gesellschaftlicher) Bedingungen der Kommunikationsprozeß
zu einem Massenkommunikationsprozeß wird, kann z. B. anhand der
Phasen der Verbreitung der 'Trivialliteratur' erläutert werden oder
anhand der Entwicklung der Möglichkeiten des Rundfunk- und Fernsehempfanges.
Massenkommwunikationsmittel dienen, indem sie Information
und Unterhaltung im Rahmen der jeweiligen gesellschaftlichen Bedingungen
liefern, der Kapitalverwertung (unmittelbar, insofern sie
[nvestitionen erfordern, und mittelbar, indem sie durch Werbung die
Zirkulation der Waren unterstützen und die Bedürfnisse strukturieren
helfen), der Herrschaftssicherung durch Sozialintegration und Legitimation,
und leisten ihren spezifischen Beitrag zur systemkonformen Reproduktion
der Arbeitskraft.
Die spezifische Rolle, die die Massenkommunikationsmittel so im allgemeinen
gesellschaftlichen Kulturprozeß der Gegenwart spielen, kann -
mit Blick auf das Massenpublikum - erstens inhaltsanalytisch aufgearbeitet
werden:
Fernsehspiel und populäre Inhalte;
vermeintliche und wirkliche Anknüpfungen an die "alte Volkskultur''
in den Medien (z. B. das '"'Volksstück' im Fernsehen,
Heimatideologie in der Publizistik, der moderne Heimatfilm):;:
Bevorzugung und Vernachlässigung bestimmter Inhalte am
Beispiel der Arbeitswelt im Fernsehen;
geschichtliche Interpretation einzelner Motivkomplexe (z, B.
die politische Funktion des Heimatfilmes oder des Kriminalstückes).
Seine jetzige konkrete Gestalt besitzt das Fernsehen weder, weil eine
Gruppe von mehr oder weniger bösartigen Manipulatoren bewußte
"Volksverdummung!'' treibt, noch weil die "Masse' es nicht anders
will, sondern sie resultiert aus dem Kompromiß von Kapitalverwertung,
Systemstabilisierung und -Legitimation, Gebrauchswertansprüchen
des Publikums, dem historischen Bedürfnisniveau der Rezipienten,
und den gesellschaftlichen Widersprüchen (die auf alle vorher genannten
Faktoren in verschiedener Weise einwirken). Somit müßte
das Verhältnis Massenpublikum - Massenkommunikation zweitens
medienanalytisch (d.h. den Kommunikationsprozeß insgesamt betrachtend)
aufgearbeitet werden:
Nachricht als Ware (die Dialektik von Gebrauchswertanspruch
der Rezipienten, Interessen der Inserenten und Gewinninteresse
der Produzenten; die spezifische Gestalt der Nachricht, wie sie
aus den gesellschaftlichen Bedingungen der Kommunikation resultiert,
einschließlich der Objektivierung des Begriffes Manipulation);
der Widerspruch zwischen Gebrauchswertanspruch der Konsumenten
und Interessen der Werbetreibenden;
der widersprüchliche Zusammenhang zwischen Unterhaltung,
Aktualität, Information und Ideologievermittlung und seine