Hasselt, eine feiernde Stadt
Stefaan Top, Leuven
(Mi. 28.9., 12.00 Uhr)
Im Jahr 1982 feierte die Stadt Hasselt das 750-jährige Jubiläum
der Verleihung der Stadtrechte. Es gab öffentliche Aktivitäten
(wie das Pflanzen von 750 Haselsträuchern), Feste der Schulen.
der Vereine, der Stadtviertel. Gleichzeitig feierte Hasselt das
das 300-jährige Bestehen des siebenjährlichen Marienumzugs, der
zum ersten Mal im Jahr 1683 durch die Stadt zog. An drei Sonntagen
gab es einen Umzug mit 12 verschiedenen Gruppen, an dem
Tausende von engagierten Einwohnern teilnahmen.
Der Film "Hasselt, eine feiernde Stadt" bringt so zwei ganz verschiedene
Komponenten in ein audiovisuelles Dokument ein: einerseits
handelt es sich um ein einmaliges profanes Ereignis,
andererseits betrifft es eine traditionelle religiöse Einzelheit. Der
Film will nicht nur Dokumentation sein, sondern zielt auf die
Identifikation des Menschen hinter dem Spektakel. Er soll nicht
nur die Diskussion über Stadtfeste anregen, sondern auch die
Frage aufwerfen, wie man solches inhaltlich heterogenes Material
in ein wissenschaftlich fundiertes audiovisuelles Dokument fassen
kann.
[II.l. Berlin - Zur bürgerlichen Kultur im Kaiserreich. Dargestellt an
der Familienzeitschrift "Die Gartenlaube".
DEE EM ESCHTLt Die bGartenlaube”.
Heidemarie Gruppe, Frankfurt a.M.
(Do. 29.9., 9.00 Uhr)
In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts ist die liberale Wochenschrift
"Die Gartenlaube" das meistgelesene Periodikum im deutschsprachigen
Raum. Sie gehört somit zu den populären Lesestoffen
des 19. Jahrhunderts. Das Referat beruht auf der Kenntnis der
Jahrgänge 1853-1914; systematisch ausgewertet im Hinblick auf
auf Beiträge, die sich mit Berlin befassen, wurden hier die Jahrgänge
1880-1890. Den relativ zahlreichen Beiträgen über die Reichshauptstadt
kann zum Teil allgemeiner, normensetzender Charakter
großstädtischer Kulturformen zugesprochen werden, da am Beispiel
der Millionenstadt Berlin prototypische Ereignisse und Zustände
abgehandelt wurden, die in ähnlicher Weise auch in anderen
deutschen Großstädten existierten.
Orientiert am Materialbefund, wie er sich aus den ausgewerteten
zehn Jahrgängen ergibt, unterscheide ich folgende Themenbereiche:
Kulturformen repräsentativer Öffentlichkeit. Hierzu rechne ich
all jene turnusmäßig jeweils "neu" zu organisierenden gesellschaftlichen
Ereignisse, deren formale Gestaltung auf einem
exemplarischen Formenfundus basiert.