scher Bericht. beim Wort genommen, einen komplexen historischen
Zusammenhang gleichermaßen auf einen individuellen oder kollektiven
Sein-sollens-Zustand reduzieren. Als sinnvoll und wünschenswert
wurde in der Diskussion deshalb die Beschäftigung
mit den Medien selbst herausgestellt. - Am zweiten Tag suchte
die Arbeitsgruppe nach dem Wert der Regionalgeschichte innerhalb
der historischen Volkskunde. Angedeutet wurde die Möglichkeit.
daß jene die abstrakten geschichtstheoretischen Entwürfe
nicht nur konkretisieren., sondern den Hang zum Idealtypischen
nötigenfalls denunzieren helfen könnte. Zu beachten wäre dabei,
daß. wenngleich das Allgemeine erst im Besonderen sichtbar wird
doch gleichzeitig das Besondere ohne Einordnung in das Allgeneine
exotisch und unverständlich bleibt. weshalb das Einst
einer Region nicht zum bunten Vexierbild verkommen. sondern
die wissenschaftlichen Diskurse interfragend weiterentwickeln
s3o11t-«
AG "Männliche - weibliche Wissenschaft":
Da sich die Eingangssituation um Frauensprache und Sprechsituationen
drehte. versuchte die Arbeitsgruppe. eben in der konkreten
Gesprächsrunde "neue" Sprechweisen zu erproben. Das
hieß: keine Diskussionsleitung. die sich als Koordination verschiedener
Zwiegespräche vor stummem Publikum verstand, und
viel Raum auch für zaghafte Einwürfe. Aus dieser Gesprächssituation
ergab sich. bedingt auch durch unterschiedliche Diskussionsgrundlagen
und verschiedene Erwartungen der Teilnehmer
(innen) das anfängliche Nur-Anreißen einzelner Themen. ergab
sich etwa eine feministische Grundlagendiskussion. die zu einem
internen Trendgeplänkel führte (Manifestiert sich ein Wan
del der Kategorien männlich - weiblich in Modeerscheinungen?)
- Ein (wieder einmal) erschwerender Punkt war die Streitfrage:
mit oder ohne Männer? Sie wurden übrigens in der Gruppe geduldet.
Freilich blieb die Gesfrächsrunde durch die Rechtfertigung
des "Ohne-Männer-sein-wollens" nicht im Vorfeld stecken:
Politisierende Ansätze führten zum Wunsch, die Rolle und Möglichkeiten
volkskundlicher Frauenforschung näher zu beleuchten
Über kurze Situationsberichte der Lage an einzelnen Instituten
konnten so schließlich einige Ergebnisse von tatsächlich stattgefundener
Frauenforschung ausgemacht werden: Die Tübingerinnen
berichteten ausführlich über ein Mütter-Töchter-Seminar wie
auch über den Stand der Vorbereitungen für die Frauentagung
im November 1984. Die Arbeitsgruppe besuchte abschließend gemeinsam
die Ausstellung "Frauensterectype" im Göttinger Semi -
nar.
Renate Glaser. Regensburg; Volker Knierim, Göttingen; Joachim
Schiff Göttinaen: Dette Tusch. Göttingen.