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Full Text : DGV-Informationen, 100.1991,1-3

ANGELEGENHEITEN DER DGV

auch als Aufgabe einer deutsch-deutschen Museumskunde in den
nächsten Jahren stellen wird,
Kurzum: Es geht darum, die Probleme der volkskundlichen und kulturhistorischen
 Museumsarbeit um neue Perspektiven und neue Fragestellungen
zu erweitern und dabei auch den "Alltag* in einen umfassenderen
Rahmen zu stellen. Am Ende könnte aus dem Fragezeichen Im Titel ein
Doppelpunkt werden.
Tagungsorte sind Stuttgart und Waldenbuch, wo im letzten Jahr der
zweite Abschnitt des Landesmuseums für Volkskultur in Württemberg
eröffnet wurde. Um Anregungen, Hinweise und Referatsmeldungen, die
Maß am Thema nehmen, wird gebeten.
Kontaktadresse: Dr, H.-U. Roller, Württembergisches Landesmuseum, Altes
Schloß, 7000 Stuttgart 1.

VOLKSKUNDE IN DRESDEN

Die heutige Arbeitsstelle Dresden des Wissenschaftsbereichs Kulturgeschichte/Volkskunde
 des Instituts für Deutsche Geschichte an der
ehemaligen Akademie der Wissenschaften der DDR wird entsprechend
den Festlegungen des Einigungsvertrages ebenso wie die anderen
außeruniversitären Forschungsstellen für Volkskunde in Berlin und Rostock
spätestens bis zum 31.12.1991 abgewickelt. Das darf jedoch nicht zur
Auflösung des Fachbereichs in den neuen Bundesländern führen. Die
Mitarbeiter der Dresdner Arbeitsstelle bemühen sich mittlerweile um eine
Reaktivierung der früheren Landesforschungsstelle für Volkskunde In
Sachsen, ohne damit den Empfehlungen des Wissenschaftsrates und
Entscheidungen des sächsischen Staatsministeriums für Wissenschaft und
Kunst vorgreifen zu wollen. In der gegebenen wirtschaftlichen und
kulturellen Situation der neuen Länder besteht dringender Handlungsbedarf
 für eine wissenschaftliche Erschließung und Pflege der über Jahrhunderte
 gewachsenen, regional geprägten Alltagskultur.
Die Traditionen volkskundlicher Forschung reichen in Sachsen bis in das
19. Jahrhundert zurück. Von wesentlicher Bedeutung für die institutionelle
Etablierung der sächsischen Volkskunde war die Berufung von Adolf
Spamer als Professor für Deutsche Philologie und Volkskunde an die
Technische Hochschule Dresden im Jahre 1926. Das "Spamersche Institut"
war zugleich Sitz der "Landesstelle für Volkskunde”, an der wissenschaftliches
 Quellenmaterial zusammengetragen, archiviert und bearbeite!
wurde, 1954 wurde die Landesstelle dem Institut für deutsche Volkskunde
an der Akademie der Wissenschaften zu Berlin als sächsische Forschungs-
            
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