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ANGELEGENHEITEN DER DGV
SWINGING FOLXKUNDE
DGV-STUDIERENDENTREFFEN 1996 AUF BURG LUTTER
Das diesjährige DGV-Studierendentreffen fand vom 5. bis 9. Juni auf der Burg Lutter
statt, einem autonomen Tagungszentrum zwischen Göttingen und Braunschweig. Die
organisatorische Vorbereitung hatte die Fachgruppe Göttingen übernommen, die
dann auch mit sieben Leuten am stärksten vertreten war, Weitere TeilnehmerInnen
waren aus Frankfurt am Main, Bonn, Tübingen, Berlin, Marburg und Freiburg angereist.
Studierende aus Tübingen, Frankfurt und Marburg hatten die inhaltliche Vorarbeit
geleistet und den Reader „Swinging Folxkunde” (Anfragen an die jeweiligen Fachgruppen)
zusammengestellt. Darüber hinaus stand allen eine reichhaltige CD- und Cassettensammlung
zur freien Verfügung, die die Texte mit zahlreichen Beispielen aus verschiedensten
Stilrichtungen und Epochen der Popmusik illustrierte. Die Anfänge mas:
senhafter Verbreitung populärer, auf Tonträgern konservierter Musik machte ein
Grammophon mit den entsprechenden Schellackplatten erlebbar. Auch die moderne
Videotechnik wurde in der Vorführung und anschließenden Diskussion von Videoclips
und Dokumentarfilmen über Rockmusik unter freiem Himmel auf dem Burggelände
miteinbezogen.
Die Diskussionen, die teils informell, teils in Arbeitsgruppen geführt wurden, beschäftigten
sich zum Beispiel mit den Problemen von Frauen in der männerdominierten Branche
Rockmusik oder mit den Zusammenhängen zwischen Musik und Politik. Hier stand
die Frage im Mittelpunkt, ob Musik sich immer als Antwort auf gesellschaftliche Prozesse
entwickelt und ob nicht gerade moderne populäre Musik, die auf das erste
Hören hin apolitisch erscheint, Ausdruck eines neuen entinstitutionalisierten Politikverständnisses
ist. Weiter wurden die vielfältigen Transformationen und Aneignungsprozesse
der in Tonträgern und durch elektronische Medien beliebig oft reproduzierbaren
Musikwerke durch verschiedenste gesellschaftliche Gruppen und Subkulturen erörtert.
Wesentliche Textgrundlage dafür war die von dem Tübinger Studenten Markus
Baumgart unter Pseudonym verfaßte Schrift „Swinging Culture“, in der er das „Schwingen“
der Kulturgüter mit postmodernem Denken zu verknüpfen versucht (dieser Text ist
auch im Reader zu finden).
Eine Exkursion führte nach Wolfenbüttel, wo beim „Tag der Niedersachsen 1996” ein
Beispiel für folkloristische Inszenierung regionaler Identität miterlebt werden konnte
Er war vor allem durch die übertriebene Präsenz einer örtlichen Spirituosenfabrik und
landesweit ausgestrahlte volkstümliche sowie Schlager- und Popmusikdarbietungen
dominiert, Ein alternatives Musikprojekt von Frauen, die versuchen, tradierte
Geschlechterrollen in der Rockmusik aufzubrechen, hob sich wohltuend vom übrigen
Massenangebot ab und bot Gelegenheit, das zuvor Diskutierte in der Realität ZU