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Full Text : DGV-Informationen, 107.1998

ANGELEGENHEITEN DER DGV

KOMMISSION FÜR DEUTSCHE UND
OSTEUROPÄISCHE VOLKSKUNDE

Gemeinsame Tagung der Kommission mit dem
johannes-Künzig-Institut für ostdeutsche Volkskunde
sowie 45. Sitzung der Kommission

Vom 22. bis 24. Oktober 1998 hatte das Johannes-Künzig-Institut die Mitglieder
der Kommission für deutsche und osteuropäische Volkskunde und das interessierte
 Publikum nach Freiburg zur gemeinsamen Tagung zum Thema Wissenschaftsgeschichte
 der „ostdeutschen Volkskunde“ eingeladen. Nach der
Tagungseröffnung am 22. Oktober durch Dr. Heike Müns (1. Vorsitzende der Kommission)
 und Prof. Dr. Werner Mezger (Leiter des Künzig-Institus) zeigte Dr. Walter
Dehnert einen Film zur interethnischen Bewältigung der jüngeren Geschichte Böhmens,
 wobei er in der anschließenden Diskussion umfangreiche Hintergrundinformationen
 zum Autor und zu den Produktionsbedingungen lieferte.

Am folgenden Tag beleuchtete Institutsleiter W. Mezger in seinem Eingangsreferat
die Wissenschaftsgeschichte der „ostdeutschen Volkskunde“ der letzten fünf Jahrzehnte
 und entwickelte dann die Arbeitsperspektiven des Künzig-Instituts. Aus
demselben Hause beschäftigte sich Dr. Heinke Kalinke mit einer Forschungsreise
des jugendbewegten Kreises um Alfred Karasek nach Wolhynien. Anschließend
gab Prof. Dr. Max Matter einen Überblick über seine Forschungen zu den Deut
schen in der Slowakei. Nach der Diskussion referierte die Kommissionsvorsitzende
H. Müns zu böhmischen Wandermusikanten im deutschen Raum, und Dr. Brigitte
Bönisch-Brednich schilderte anhand eines Dia-Vortrages ihr Forschungsprojekt zu
den Böhmen in Puhoi/ Neuseeland, deren Vorfahren im 19. Jahrhundert dorthin
ausgewandert waren. Nach dem Mittagessen skizzierten zwei Magdeburger
Historiker den Verbleib von Flüchtlingen und Vertriebenen in der DDR. Dr. Torsten
Mehlhase umriß deren Aufnahme und Eingliederung in Sachsen-Anhalt, während
Dr. Gerald Christopeit die Geschichte der von sudetendeutschen Glasarbeitern
aufgebauten Glasmanufaktur Derenberg/ Harz aufrollte.

Am Ende der Tagung trafen sich die Kommissionmitglieder am frühen Abend im
Künzig-Institut zu ihrer 45. Sitzung. Nach den Tätigkeitsberichten der Vorsitzenden
und der kommissarischen Geschäftsführerin Dr. Annemarie Röder folgte ein Überblick
 über die aktuellen Vorhaben der Kommission. Neben dem Jahrbuch erscheinen
 1998 in der Schriftenreihe die Bände von Annemarie Röder (Die Donauschwaben
 als ethnische Gruppe) und von Dr. Leonie Koch-Schwarzer (Empirismus
und Feldforschung: Die ethnographischen und sozialpolitischen Schriften Christian
Garves). Für 1999 sind weitere vier Bände geplant. Bei den Neuwahlen wurde
Prof. Dr. Werner Mezger zum 1. Vorsitzenden, Dr. Heike Müns zur 2. Vorsitzenden
und Dr. Heinke Kalinke zur Geschäftsführerin gewählt. Dipl. Soz. Hans-Werner
            
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