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Full Text : DGV-Informationen, 110.2001

AUSSTELLUNGEN

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a Aus Anlass der Wiedereröffnung der Alten Nationalgalerie zeigt das Museum
Europäischer Kulturen die Ausstellung „‘Finis poloniae 1831’. Polnisches Schicksal,
 deutsches Gemüt und europäische Solidarität“ vom 20. Dezember 2001 bis
zum 10. März 2002. In Paris entfachte im Juli 1830 ein Aufstand gegen die konservative
 Regierung der Bourbonen eine Revolutionswelle, die ganz Europa überollen
 sollte. Die Aufstände erhoben sich gegen die restaurativen Monarchien
oder - wie in Polen - gegen die fremden Okkupanten. Dieser Kampf um die Freiheit
 löste eine Solidaritätsbewegung des liberalen Bürgertums in Europa aus, Im
Jahre 1831 wurde in Warschau der Aufstand der Polen gegen die russischen Besetzer
 blutig niedergeschlagen. Im Zentrum der Ausstellung steht ein Historiengemälde
 des 19. Jahrhunderts aus der Alten Nationalgalerie, Staatliche Museen
zu Berlin Preußischer Kulturbesitz. Dietrich Montens Gemälde „Finis poloniae
1831" (1832) wurde unmittelbar unter dem Eindruck des niedergeschlagenen
polnischen Aufstandes und des leidvollen Exils seiner Truppen gemalt. Anteilnahme
 und Solidarität begleitete damals die geschlagenen Soldaten auf ihrem
Weg durch Europa, durch Deutschland nach Belgien, Frankreich, England und in
die Schweiz. In Liedern, Bildern, Hilfs-Lotterien und Reden dokumentiert sich die
Begeisterung für die polnischen Freiheitskämpfer. Auf vielerlei Souveniren wie
Tabaksdosen und Pfeifenköpfen findet sich das programmatische Bild von Monten
 wieder. Die Ausstellung stellt das Gemälde in den Dialog zwischen Kunstund
 Kulturgeschichte. Sie erhellt die Entstehung, Rezeption und Popularisierung
eines Bildmotivs sowie seine Verbreitung in Deutschland und anderen Ländern
Europas.
Ein Veranstaltungsprogramm wird im Frühjahr 2002 verschiedene Aspekte dieser
Ausstellung in Podiumsdiskussionen, Lesungen und musikalischen Darbietungen
vorstellen.
Museum Europäischer Kulturen, Im Winkel 6/8, 14195 Berlin (Dahlem), Tel.: 030/83901295;:
Fax: 030/83901283, E-Mail: mek@smb.spk-berlin.de

e Im Deutschen Klingenmuseum wird vom 9. Dezember 2001 bis zum 21. April
2002 die Ausstellung „Schmatz nicht. Von Katzentischen und Kindertafeln im
Wandel der Zeit” zu sehen sein. Die Ausstellung zeigt die Kinder-Tafelkultur von
der Mitte des 19. Jahrhunderts bis in die Gegenwart. Die Kollektion des hessischen
 Sammlers Prof. Helmut Anthes mit über 50 Kinder- und Puppengeschirren
der Manufakturen Villeroy & Boch, Wächtersbach und Max Roesler, außerdem
über 80 Kinderbestecke aus dem Bestand des Deutschen Klingenmuseums sowie
ausgewählte Kindermöbel, Kinderbuchillustrationen und bildliche Darstellungen
von tafelnden Kindern geben Einblick nicht nur in die Welt des Speisens der Kleinen,
 sondern auch in die Welt der modischen, die Gesellschaft widerspiegelnden
Accessoires. Ein Wiedererkennungseffekt für große und kleine Leute ist aufgrund
der Vielfalt der gezeigt Objekte garantiert. „Schmatz nicht!“ ist einer der vielen
ermahnenden Sätze, die während der Erziehung eines Kindes von der archaischen
Nahrungsaufnahme zum manierlichen Essen ihre Anwendung fanden und immer
noch finden. Doch neben den Worten dienen der Erziehung zur Tafelkultur die
Kindermöbel und -bestecke, Teller und Tassen und das Spielzeug sowie die zahlreichen
 Geschichten in Bilderbüchern. Seit der Mitte des 18. Jahrhunderts wird
Kindern eine eigene Lebenswelt zugestanden. Kinderzimmer mit kindgerechten
            
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