GC
ANGELEGENHEITEN DER DGV
Arbeitsgruppe Sachkulturforschung und Museum in der Deutschen
Gesellschaft für Volkskunde: Bericht 2002/2003
Nachdem die vorletzte Tagung (2000) in Cloppenburg stattgefunden hatte, war
3s erneut ein Freilichtmuseum, das zur 15. Tagung der Arbeitsgruppe eingeladen
hatte. Sie wurde vom 3. bis 5. Oktober 2002 im Westfälischen Freilichtmuseum
Detmold - Landesmuseum für Volkskunde veranstaltet. Das Motto „Die Dinge
umgehen?“ war als Frage gestellt, da es sich bei der Beschäftigung mit den Dingen
offenbar um ein aktuelles Desiderat in der Museumslandschaft handelt. Die
Themen der mit 85 TeilnehmerInnen gut besuchten Tagung behandelten innovative
Ansätze in der Museumsarbeit. Ausgangspunkt war das Objekt und die Frage,
welchen Stellenwert es in der Forschung und Präsentation heute haben kann.
Die kritische Frage, ob die Beschäftigung mit den Dingen vielleicht zunehmend
umgangen wird, konnte zumindest bei dieser Tagung nicht bestätigt werden. Vier
Themenschwerpunkte wurden behandelt: die Weiterentwicklung aktueller
Sammlungen, die Sammlungsarbeit unter besonderer Berücksichtigung des zu
bewahrenden Kernbestandes, das Wechselverhältnis Objekt-Fotografie sowie
zwischen Dingen und multimedialen Anwendungen.
Im Rahmen des dgv-Kongresses in Berlin trafen sich 35 Mitglieder der Arbeitsgruppe
am 6. Oktober 2003. Der bisherige Leiter Dr. Jan Carstensen
(Westfälisches Freilichtmuseum Detmold) konnte hier den von ihm herausgegedenen
Tagungsband präsentieren (s. unter „Neue Publikationen“). Dr. Hermann
Heidrich (Schleswig-Holsteinisches Freilichtmuseum zu Kiel-Molfsee), der die
Gruppe der Museen im Hauptausschuss der dgv vertritt, dankte Dr. Jan Carstensen
für die Ausrichtung der letzten Tagung. Er kündigte anschließend an, dass er
sein Amt im Hauptausschuss niederlegt und Dr. Carstensen als Nachfolger kandidiert
(zwei Tage später wählte die Mitgliederversammlung Dr. Carstensen in den
Hauptausschuss). Anschließend stellte Henrike Hampe (Donauschwäbisches Zentralmuseum
Ulm), die die Leitung der Arbeitsgruppe in den Jahren 2003 und
2004 übernommen hat, das Thema der nächsten Arbeitstagung vor.
Die 16. Tagung der Arbeitsgruppe wird vom 7. bis 9. Oktober 2004 im Donauschwäbischen
Zentralmuseum in Ulm stattfinden. Das im Juli 2000 eröffnete
Museum zeigt auf 1500 Quadratmetern die Geschichte der deutschen Auswanderer,
die sich im 18. und 19. Jh. in Ungarn niedergelassen haben. Die Dauerausstellung
informiert über ihr Leben in der multiethnischen Region Südosteuropa
und über Flucht und Vertreibung nach dem Zweiten Weltkrieg als Teil europäischer
Geschichte.
Diesem Schwerpunkt entsprechend wird die Tagung das Thema „Migration und
Museum” aufgreifen. Denkanstösse sind: Brauchen wir — wie in aktuellen Debatten
gefordert — ein deutsches Migrationsmuseum und/oder ein „Zentrum gegen
Vertreibungen“? Wie sollen stadt- und heimatgeschichtliche Museen mit der Tatsache
umgehen, dass ein Großteil ihrer Adressaten zugewandert ist? Was bedeu-