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Angelegenheiten der dgv
Geschlecht und Ökonomie ist ein klassisches Thema der Frauen- und Geschlechterforschung.
Dieses Thema soll unter neuer Perspektive und vor dem Hintergrund des
tiefgreifenden Wandels der Spätmoderne fokussiert werden. Wie wirken sich Massenmigration,
globale Zirkulation von Waren, Dienstleistungen, Symbolen und Informa:
tionen auf das Geschlechterverhältnis und die Performanz der Geschlechter aus?
Was bedeuten Sozialabbau bzw. Umstrukturierung der Sozialsysteme und Wandel
des Bildungssystems für die Herausbildung der Geschlechterrollen und -beziehungen?
Gibt es Formen der geschlechterübergreifenden Entsolidarisierung oder lassen sich
neue Formen der geschlechtsbezogenen Solidarität erkennen? Die Veränderungen unserer
Gesellschaft prägen nicht nur unseren Blick auf gegenwärtige Forschung sondern
wirken sich auch auf kulturhistorische Forschungsperspektiven aus.
Wir erbitten Themenmeldungen zu kulturhistorischen und gegenwartsbezogenen
Forschungsprojekten oder -ideen; auch „work in progress“ Berichte sind willkommen.
Das Thema ist bewusst breit angelegt. Denkbar sind etwa Märkte, Börsen und
Warenaustausch; (neue) Arbeitsfelder und -formen wie z.B. Flexibilisierung oder Ich
AG; neue Arbeits- und Lebenskonzepte (z.B. von der traditionellen Bäuerin zur
Betreiberin eines Biohofes mit Wellnessbetrieb); Konsumverhalten (vom Shoppen im
Internet zum Umgang und Haushalten mit Ressourcen); Umgang mit Geld; geschlechtsbezogene
Verteilung der Ressourcen (neue Armut, Altersarmut, etc.).
Meldungen sind erbeten bis zum 30. Juni 2004.
Anschrift: Institut für Kulturanthropologie/Europäische Ethnologie, Kommission Frauen- und
Geschlechterforschung, Friedländer Weg 2, 37085 Göttingen, Mail: Marina Glemnitz,
Sekretariat: mglemni@gwdg.de
Tagungsbericht der Kommission für Ostjüdische Volkskunde
Das Programm der Arbeitssitzung der KOJV, die vom 12. zum 13.12.2003 in Alkoven
(Österreich) stattfand, umfasste eine Rückschau auf die Tätigkeit der verstrichenen
zwölf Monate sowie eine Vorschau auf die für 2004 geplanten Aktivitäten.
Im Jahr 2003 war die Kommission an einem gemeinsam veranstalteten internationalen
Symposium beteiligt, das vom 8.-9.5. in Arad (Rumänien) zum Thema „Reale und
imaginäre nationale Minderheiten“ stattfand. Dr. Claus Stephani referierte über „Zwei
ostjüdischen Märchenerzähler aus den Karpaten — der Hirte Mendel Friedmann und
der Schneider Moses Pollak“. Gastgeber der Begegnung war das Historische Museum
Arad, unter der wissenschaftlichen Leitung von Dr. Elena Rodica Colta. Nach der Tagung
besuchten die Kommissionsmitglieder die Alte Synagoge im ehemaligen „Judenviertel“
von Arad. den Alten jüdischen Friedhof sowie die IKG, wo eine Begeg
nung mit älteren Zeitzeugen stattfand. Am 10.5. unternahmen dann die Kommissionsmitglieder
eine Exkursion in vier ehemalige „Judendörfer“, sogenannte „Schtetlachs“
der Umgebung.
Für das Jahr 2004 plant die Kommission eine große Dokumentarausstellung zum Thema
Bukowinisches Judentum, die voraussichtlich im Spätsommer —- das genaue Datum wird
noch bekannt gegeben — im Schauraum des Literaturhauses Mattersburg (Burgenland)
eröffnet wird. Ende September findet die diesjährige Arbeitssitzung der KOJV in Bukarest
statt, wobei im Rahmen einer Festveranstaltung des Kulturzentrums der IKG eine
rumänische Ausgabe des Bandes „Märchen der Ostjuden“ vorgestellt wird. Vorgesehen
ist auch die Herausgabe eines Sammelbandes mit Lebensberichten jüdischer Bauern