ABSTRACTS
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sich, dass im ethnografischen Bericht stets eine innere Verflechtung zwischen eigener
und fremder Kultur angelegt ist, die in der primären Erfahrung der Reisenden so nicht
präsent ist.
Die Verflechtung von eigenkulturell und individuell gebundenen Erwartungen, Deutungsmustern,
Werturteilen und Vergieichsgrößen mit dem, was als fremd und different
erfahren wird, stellt sich bereits Simmel plastisch vor. Er weist darauf hin, dass die Annahme
eines durch reine Differenz gekennzeichneten „absoluten Fremden“ vom
sprichwörtlichen anderen Stern in die Irre leite. In jüngerer Zeit hat Fabian mit dem Begriff
des „othering“ die Dimension eines interaktiv ausgehandelten, dynamischen und im
Rahmen der eigenen Möglichkeiten stets zur Disposition stehenden Begriffs von Fremdheit
eingeführt. Ich versuche abschließend, das prozesshafte Be-Fremden und An-Eignen
im Zusammenspiel von als fremd erfahrenem Ostdeutschland, berichtenden
Reisenden und mir selbst als Zielperson der Berichte in sein Konzept einzuordnen.
Studentisches Pane!
Leitung und
Kommentar:
17:00-19:00
Panel 2
Leitung:
Einführung:
Claudia Preis (München) und Martin Wedeking (Münster)
Panels und Sektionen
Erfahrung und Praxis europäischer Grenzräume. Fallstudien
in kulturtheoretischer Perspektive
Brigitta Schmidt-Lauber (Hamburg), Silke Göttsch (Kiel)
und Bernhard Tschofen (Tübingen)
Brigitta Schmidt-Lauber (Hamburg)
Brigitta Schmidt-Lauber (Hamburg)
Erfahrung und Praxis europäischer Grenzräume. Eine kulturtheoretische und
methodologische Einführung
Sind Grenzen Ordnungen, die von den einen „konstruiert“ und von den anderen „erfahren“
werden oder „geschehen“ sie im Sinne kulturellen Handelns? Nach welchen Regeln
konstituieren sie sich und gewinnen Gestalt, und welche Normen und
Orientierungen schafft die Praxis?
Am Ausgangspunkt für das vorgeschlagene Panel steht die Frage nach den erfahrungsund
praxistheoretischen Möglichkeiten einer Kulturanalyse von „Grenzen und Differenzen“.
Dies soll am Beispiel historischer wie gegenwartsbezogener ethnographischer
Fallstudien reflektiert und diskutiert werden. Weniger ein konkretes Feld von Grenzen
als vielmehr das übergeordnete Interesse an alltäglichen Prozessen der Grenzerfahrung
und Grenzziehung bildet also das gemeinsame Thema der Beiträge. Es sollen