‚3
Tagunger
nie ganz abgebrochen. Sie reichen von den Arbeiten des Volkskundlers, Schriftstellers
und Sexualwissenschaftlers Friedrich S. Krauss zu Beginn des 20. Jahrhunderts über die
Reflexionen, die sich dem cultural turn verdanken, bis hin zur bereits etablierten ethnopsy
choanalytischen Forschungsbegleitung.
Auf der Tagung werden kulturwissenschaftlich forschende Kolleginnen und Kollegen aus
unterschiedlichen Disziplinen Potenziale und Bedingungen der Nutzung psychoanalytischer
Wissens für die Analyse von Kultur und Gesellschaft resümieren, erörtern und ausloten.
Vortragen und diskutieren werden u.a.:
Regina Becker-Schmidt (Hannover), Helmut Dahmer (Wien), Katharina Eisch (Frauenau)
Mario Erdheim (Zürich), Ina-Maria Greverus (Frankfurt/Main), Gerhard Kubik (Wien), Angela
More (Hannover), Maya Nadig (Bremen), Klaus Ottomeyer (Klagenfurt, angefragt),
Bernd Rieken (Wien), Martin Scharfe (Marburg), Milan Stanek (Basel), Klaus Theweleit
(Freiburg i. Br.), Florence Weiss (Basel), Eli Zaretsky (New York, angefragt).
Kontakt:
Institut für Volkskunde und Kulturanthropologie der Universität Graz, .
Prof. Dr. Elisabeth Katschnig-Fasch (elisabeth.katschnig@uni-graz.at)
Institut für Europäische Ethnologie der Universität Wien,
Dr. Elisabeth Timm (Elisabeth. Timm@univie.ac.at).
Arbeit und Nicht-Arbeit - Entgrenzungen und Begrenzungen
von Lebensbereichen und Praxen
Arbeitstagung der Kommission Arbeitskulturen innerhalb der DGV
29. — 31. März 2007
Call for Papers
Mit der in den letzten Jahren zunehmenden Rede von „Entgrenzungen“ im Zusammenhang
mit Arbeit lassen sich verschiedene Phänomene beschreiben: Arbeit verändert sich
strukturell bzw. Arbeit wird strukturell verändert, indem lange bestehende Standards von
Arbeitsverträgen, Arbeitszeiten oder Arbeitsplätzen/orten ausgeweitet, entgrenzt, werden.
Weiter verändern sich die Begriffsinhalte von „Arbeit“ über die herkömmlichen semantischen
Grenzen hinaus, u. a. als Folge veränderter Vorstellungen über und Verständnisse
von Arbeit. Abgrenzungen etwa von Arbeit und Arbeitslosigkeit, Familien- und Reproduktionsarbeit,
klassischer Lohnarbeit und Bürgerarbeit/gesellschaftlichem Engagement
verschieben sich. Auseinandersetzungen darüber, was als adäquate, als gesellschaftlich
sinnvolle oder notwendige, als produktive Arbeit anerkannt wird, bestimmen die gesellschaftliche
und politische Diskussion ebenso wie die Entgrenzungen und neuen Grenzziehungen.
unter Begriffen wie „Zumutbarkeit“, „1-Euro-Jobs“ und „Hartz IV“.
Durch die hier kurz skizzierten Entgrenzungs- und Begrenzungsprozesse, die sich zudem
zu beschleunigen scheinen, entsteht ein zunächst wissenschaftlicher, dann gesellschaftlicher
und politischer Bedarf an Wissen, um die Entwicklungen und Auseinandersetzungen