Forschungsforum
Graduiertenkolleg Forschungsforum
„Metropolenforschung Berlin — New York“
Das Graduiertenkolleg „Metropolenforschung Berlin — New York“, an dem das Institut für
Europäische Ethnologie der Humboldt-Universität zu Berlin beteiligt ist (Stellvertretender
Sprechen Prof. Dr. Wolfgang Kaschuba), wurde von der DFG für weitere drei Jahre bestätigt.
Im Sommer 2007 werden dafür 14 Promotionsstipendien ausgeschrieben.
Forschungsprojekt „Informalität, Vertrauen und Misstrauen
in Umbruchsgesellschaften“
Das Forschungsprojekt „Informalität, Vertrauen und Misstrauen in Umbruchsgesellschaften“
nimmt im Sommer 2007 am Institut für Europäische Ethnologie der Humboldt-Univer-Sität
zu Berlin seine Arbeit auf. Das Projekt (Projektleitung Prof. Dr. Wolfgang Kaschuba,
Projektkoordination Dr. Ina Dietzsch, wissenschaftliche Mitarbeit Dominik Scholl) beschäftigt
sich mit der Frage, wie Menschen vertrauen, wenn ihre Lebenswirklichkeit zunehmend
durch Unsicherheit gekennzeichnet ist. Inwieweit lassen sich Vertrauen und Misstrauen als
Strategien zur Reduktion von Komplexität verstehen? Mit welchen informellen Praxen wird
dem Mangel an gesichertem Wissen begegnet? Dieses Projekt ist eingebettet in den vom
Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderten Verbund „‚Social Capital‘
im Umbruch europäischer Gesellschaften — Communities, Familien, Generationen“, an
dem sich der Fachbereich Gesellschaftswissenschaften der Universität Kassel, das Brandenburg-Berliner
Institut für sozialwissenschaftliche Studien (BISS e.V.), der Arbeitsbereich
„Gesellschaft der Bundesrepublik“ am Hamburger Institut für Sozialforschung sowie
das Thünen-Institut Bollewick beteiligen. Gemeinsam untersucht dieser Forschungs- und
Kommunikationsverbund, unter welchen Voraussetzungen prekäre Umbruchs- und Überle
bensfigurationen zur Entfaltung sozialer „Kreativität“ führen und eine Neubildung und Re-Organisation
von sozialem Kapital in Gang setzen. Fünf Schlüsselbegriffe sollen dabei als
eine Art Raster das Untersuchungsprogramm des gesamten Forschungsverbundes leiten:
Wie kann Vertrauen hergestellt werden, wo Misstrauen angebracht wäre? Wie kann individuelle
Unsicherheit bearbeitet werden, wo gesellschaftliche Sicherheit nicht mehr gegeber
ist? Wenn Menschen sich unter Umbruchskonstellationen neu erfinden müssen, wie orga-Nisieren
sie ihre Familien, wenn deren Mitglieder nicht selten arbeitsbedingt über ganz Europa
verstreut leben? Wer stiftet Gemeinschaft? Welche charismatischen Figuren gehen
Voran und in welchen Typen von Gemeinschaften kann der Ausbruch gewagt werden? In
enger Kooperation mit der Volksbühne Berlin soll die interdisziplinäre Laborsituation sichtbar
gemacht und in einen gesellschaftlichen Dialog überführt werden.
Kontakt: Dominik Scholl, Institut für Europäische Ethnologie, Humboldt-Universität zu Berlin, Mohrenstraße
41, 10117 Berlin, Email: dominik.scholl@web.de, Internet: www2.hu-berlin.de/ethno/seiten/forschung/for-Schungsproiekte/informalitaet.html