Abstracts
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Erwachsene ihrer Homosexualität bewusst werden, ringen mit ihren Bedürfnissen nach
Siner gleichgeschlechtlichen Beziehung und der Möglichkeit, ihre Religion ohne Selbst-Zweifel
zu praktizieren.
Meine Magisterarbeit fokussierte sich dabei in erster Linie auf homosexuelle Frauen und
Nicht Männer. Die Diskriminierungen, die Frauen aufgrund ihres Geschlechtes in einer
Patriarchalen Gesellschaft erfahren, erleben Lesben genauso wie heterosexuelle Frauen.
Zudem wird weibliche Sexualität ohne Bezugnahme auf den Mann vielfach gar nicht erst
als Sexualität betrachtet. Penetration und Defloration sind sowohl in der christlichen, als
auch islamischen Sexualitätsauffassung maßgeblich für „echte“ Sexualität. Die gesell-Schaftliche
Unsichtbarkeit lesbischen Lebens setzt sich auch in der Forschung fort. Zu
Schwulen Muslimen existieren mittlerweile einige wissenschaftlichen Untersuchungen und
Berichte von Betroffenengruppen, lesbische Musliminnen finden dabei jedoch höchstens
am Rand Beachtung, sodass ich mich mit dieser Arbeit auch einem Forschungsdesiderat
widmen wollte.
In den qualitativen Interviews mit lesbischen Frauen, die teilweise sehr unterschiedliche
religiöse Prägungen erfuhren und unterschiedliche kulturelle Hintergründe aufwiesen, sich
jedoch alle als Muslima bezeichneten, ging ich der Frage nach wie lesbische Identität mit
der eigenen Religion in Einklang gebracht werden kann. Dabei ließen sich neben den per-Sönlichen
Bewältigungsstrategien auch allgemeinen Tendenzen feststellen, die auf eine
Individualisierung des Islam hindeuten.
Kerstin Schaefer
Die „Wilde 13“.
Mit dem Metrobus durch Raum und Zeit in Hamburg-Wilhelmsburg
Der Metrobus 13 durchquert Tag für Tag den momentan interessantesten Hamburger
Stadtteil: Wilhelmsburg. Jahrzehntelang als die „Bronx von Hamburg“ stigmatisiert, unter
anderem durch die Flutkatastrophe von 1962 oder den Kampfhund-Tod des kleinen
Volcan, wird die Elbinsel jetzt Schauplatz des ehrgeizigsten Hamburger Stadtentwicklungsprozesses
mit der Internationalen Bauausstellung 2013. Im Innenraum der Linie 13
kann wie in einem Brennglas gebündelt die gesellschaftliche Situation des Viertels wahr-Senommen
werden. Hier prallen die verschiedenen ethnischen, kulturellen, generatio-Nellen
und sozialen „Hiers“ aufeinander, weshalb die Wilhelmsburger den Bus auch „Wilde
13“ nennen.
Am Beispiel Mikrokosmos Metrobus beleuchte ich die historischen, zeitlichen, sozialen
Und räumlichen Ebenen eines vielschichtigen mobilen Raumes. Ich frage nach den Wert-Vorstellungen,
die sich im Spannungsfeld von Öffentlichkeit und Privatheit ausdrücken,
Nach der Übereinstimmung tatsächlicher und geplanter Nutzungen, der Wahrnehmung deı
Städtischen Umwelt durch die Fahrgäste und den Aufgaben des Busses über den reinen
Fahrgasttransport von A nach B hinaus.
Doch wie untersucht man einen Raum mit täglich 27.000 Nutzern, die pausenlos ein- und
aussteigen und die nicht nur auf dem Weg in die Innenstadt sein können, sondern auch
Nach Ghana oder in die Türkei? Inwieweit stoßen die bereits bestehenden kulturwissen-Schaftlichen
Raumkonzepte in diesem Feld an ihre Grenzen und wie sind sie zu erweitern?
Um der dynamischen Situation gerecht zu werden, muss auch die Forscherin mobil