Tagungen
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Il.
Gedacht wird an Beiträge für das Symposium 2010, die sich mit Bindegliedern zwischen
Räumen, Menschen und Objektivationen auseinandersetzen, aber auch mit den impliziten
Brüchen, Überlagerungen, Ablösungen und daraus abzuleitende Regeln oder sich
abzeichnende Gesetzmäßigkeiten in kulturellen Transformationsprozessen (1). Der
Vergleich als methodischer Zugang bietet sich an (2). Denkbar sind ebenso Beiträge, die
Sich mit Forschung und Lehre im Feld der Europäischen Ethnologie/Kulturanthropologie
Und ihrer Institutionen auseinandersetzen und auf das theoriebildende Potential im Fachdiskurs
— auch interdisziplinär — eingehen wollen (3).
Homepage des Lehrstuhls: http://www.uni-bamberg.de/euroethno:
Tagungsbericht
Franken und die Weltmission im 19. und 20. Jahrhundert
Am 9. und 10. Oktober 2009 nahm die Tagung „Franken und die Weltmission im 19. und
20. Jahrhundert“, veranstaltet vom Würzburger Diözesangeschichtsverein in Zusammenarbeit
mit Archiv und Bibliothek des Bistums Würzburg, Bezirk Unterfranken, Lehrstuhl
für Neueste Geschichte und Professur für Fränkische Kirchengeschichte der Universität
Würzburg sowie Mission EineWelt, Neuendettelsau, aus unterschiedlichen Blickwinkeln
die Resonanzen der Weltmission in Franken in den Blick, gleichzeitig zeigte sie Impulse
aus der Region für die globale missionarische Arbeit auf.
Der eröffnende Vortrag von WOLFGANG BRÜCKNER (Würzburg) am Freitag, dem 9.
Oktober, führte in die ideellen und materiellen Ausprägungen der Mission in Franken ein,
Er stellte die enge Verbindung des missionarischen Gedankens mit missionarischer Tätigkeit
heraus. In beiden Konfessionen waren die Bereiche der Christianisierung, Medikalisierung,
Alphabetisierung;, Kolonialisierung, Militarisierung, im engeren Sinne der Moderhisierung,
über die Jahrhunderte mit der Missionsarbeit verknüpft. Vom Selbstverständnis
her bildete der Missionshelfer den Vorläufer des heutigen Entwicklungshelfers. Brückner
Machte die Durchdringung der Frömmigkeit mit dem Missionsgedanken an seiner Instituti-Onalisierung
in Deutschland im 19. und 20. Jahrhundert in mehreren Bereichen fest: Etwa
im personellen Bereich mit der Gründung und dem Aufschwung von speziell auf die Missi-On
ausgerichteten Gemeinschaften die ihren Mitgliedern eine zeitlich übergreifende Sinn-Stiftung
boten; daneben im Bereich von Veranstaltungen und Werbemitteln für die Mission.
deren Einsatz zentral durch die Kirche koordiniert, professionalisiert und verstärkt wurde.
Die in diesem Zusammenhang überlieferten Sachquellen und Druckerzeugnisse spiegeln
Nicht nur die Verbreitung unter den Gläubigen wider, sondern geben gleichzeitig Auskunft
über die Änderung des Missionsverständnisses von der „Heidenmission“ zur Partnerschafli
bei einer gemeinschaftlichen Entwicklungs- und Friedensarbeit. Brückner führte weiter
aus, dass die Belebung des Missionsgedankens durch das gläubige Volk im Deutschen
Reich auch mit der parallelen Kolonialisierung einher ging.