16 Verschiedene Mitteilungen
entstehen mit den Märkten neue Formen des Kontaktes und des Austausches, die nicht
auf ökonomische Beziehungen reduziert werden können, sondern soziale, kulturelle, politische
und religiöse Aspekte einschließen. Basierend auf ethnographischer Feldforschung
und teilnehmender Beobachtung untersucht das Projekt die ethnische, linguistische und
sozio-kulturelle Diversität an unterschiedlichen Orten, in Basaren in Berlin, Warschau,
Prag und Hanoi. Unter Berücksichtigung postsozialistischer und postkolonialer Ansätze
spielen transnationale Netzwerke in dieser Studie eine herausragende Rolle.
Projektleitung: Priv. doz. Dr. Gertrud Hüwelmeier
Vom Heimatfest zum Stadtevent. Volkskundliches Wissen,
Festivalisierung und die „Wende“ urbaner Festkultur in den
1980er Jahren am Beispiel Berlins (DFG)
Institut für Europäische Ethnologie, Humboldt-Universität zu Berlin
Das Projekt untersucht die Entstehung von Stadtfesten „neuen Typs“, die sich in den
1980er Jahren zu entwickeln begannen. Mit der Festivalisierung der Stadtkultur wurden
hier erste „popkulturelle“ Formate und Inhalte entwickelt, die einen neuen Zusammenhang
von Festkultur und Stadtkultur herstellen. Einerseits wurden dabei lokale und volkskulturelle
Traditionen als legitimatorische Basis genutzt, die andererseits nun aber mit urbanen
Praxen und neuen Inszenierungsstrategien verbunden wurden. Die Berliner 750-Jahr-Feier 1987 markiert aufgrund des Zeitpunktes des Jubiläums und seiner politischen wie stadt-
Kontextierung eine zentrale Weichenstellung in dieser Entwicklung vom lokalen
Heimatfest zum populärkulturellen und teilweise schon kosmopolitisch inspirierten Event.
Diese soll in der doppelten Perspektive ethnologischer und theaterwissenschaftlicher Forschung
analysiert werden.
Projektleitung: Prof. Dr. Wolfgang Kaschuba (HU Berlin),
Prof. Dr. Dr. h.c. Erika Fischer-Lichte (FU Berlin)
Wissenschaftliche Mitarbeiterin: Cornelia Kühn, M.A.