30 Ausstellungen
Das wünsch ich mir, drum spare ich.
Zur Geschichte des Schulsparens
Ausstellungsort: LVR-Freilichtmuseum Kommern
Ausstellungsdauer: bis 14. April 2013
Angesichts der derzeitigen Angst vor einer länger andauernden Finanz- und Wirtschaftskrise
ist Sparen bei vielen Menschen wieder „in“. Dabei wird vielleicht übersehen, dass in allen
Zeiten gespart wurde. An das Schulsparen mit Heimsparbüchse, Sparkassetten und
Sparmarkenkarten werden sich nur noch Angehörige der Nachkriegsgeneration erinnern.
Anlass genug für das LVR-Freilichtmuseum Kommern, die Sonderausstellung des Schulmuseums
Bergisch-Gladbach, Sammlung Cüppers, zu diesem Thema zu übernehmen. Im
Blickfeld stehen dabei die 1950er- und 1960er-Jahre. Die ausgestellten Objekte, Archivalien
und Bilder geben einen tiefen Einblick in die Schulgeschichte und die Mentalität der
Wirtschaftswunderzeit. Vor allem die Figur des 1954 erschienenen „Sparefroh“ mit dazugehörigen
Schulplakaten, Stundenplänen und sogar einer Kinderzeitschrift oder der Film
„Der große Groschen“ von 1956 verraten viel über die damalige Einstellung zum Sparen
und sind zugleich ein Stück Alltags- und Designgeschichte. In der Ausstellung darf aber
auch die Matratze mit darunter verstecktem Sparstrumpf nicht fehlen.
Bungalow „Kahlenbusch“
Mit der Neueröffnung des Bungalows „Kahlenbusch“, dessen Bautyp für eine neue Ära des
Privatbaus auch im ländlichen Raum nach dem letzten Krieg steht, hat am 12. September
2012 im LVR-Freilichtmuseum Kommern eine neue Zeit begonnen:
Die Darstellung rheinischer ländlicher Lebenswelten vom 16. bis zum frühen 20. Jahrhundert
in den bisherigen vier Baugruppen wird nun zeitlich und sozialräumlich ergänzt. Die
im Aufbau befndliche neue Baugruppe „Marktplatz Rheinland“, in der der Bungalow als erstes
Gebäude der Öffentlichkeit zugänglich gemacht worden ist wird zum einen die Zeit ab
Ende des Zweiten Weltkriegs bis in die 1980er-Jahre zeigen. Zum anderen thematisiert sie
die Urbanisierung des ländlichen Raumes, verbunden mit der Aufösung traditioneller ländlicher
Ortsbilder.
Noch vor Eröffnung des LVR-Freilichtmuseums Kommern wurde 1959 an dessen Peripherie
ein Flachdachbungalow errichtet, der als als Wohnung für die Pächter der Museumsgastronomie
„Haus Kahlenbusch“ diente. Da keine Originaleinrichtung mehr vorhanden ist,
werden in den Zimmern zeittypische Ensembles der 1960er-Jahre gezeigt: Ein Wohnzimmer
im Neo-Chippendale-Stil, eine Tielsa-Einbauküche, ein Esszimmer und ein Schlafzimmer.
Eine Begleitausstellung dokumentiert die Entwicklung und Verbreitung der Bungalow-Bauweise
sowie die Geschichte des Bungalows „Kahlenbusch“ und zeigt zeittypische
Ausstattungsgegenstände. In der Garage des Bungalows steht das typische Fahrzeug der
Wirtschaftswunderzeit, ein VW-Käfer aus dem Jahr 1959.