Abstracts 85
des sich neu konstituierenden „humanitarian/securitynexus“ analytisch und begriflich
auf den Punkt bringen?
Aktuelle Forschungsarbeiten zeigen, dass Wissensordnungen, die vor 2015 wirkmächtig
waren – etwa das Menschenrechtsparadigma, der „Herrschaft des Rechts“ oder die
„humanitäre Vernunft“ – im Kontext von Grenzkontrollen, Aufnahmepolitiken und
öfentlichen Diskussionen zunehmend an Legitimität verlieren. Aus der Perspektive
einer anthropologischen PolicyForschung wollen wir diskutieren, welche Schlüsselmetaphern
neu auftauchen, welche Zirkulationen und Produktionen von Wissen konstitutiv
werden, welche Ausschlüsse, Brüche und Leerstellen hierdurch hervorgerufen
werden, aber auch welche Formen des „Gegenwissens“ entstehen.