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Full Text : DGV-Informationen, 128.2019

Ausstellungen 79

Süßkram. Naschen in Neuss

Clemens Sels Museum Neuss  |  bis 13 10 2019

Gesüßte Speisen waren im Mittelalter und in der Frühen Neuzeit etwas sehr Seltenes.
Und ohne die Römer hätte es sogar noch weniger Süßes am Niederrhein gegeben: Sie
machten vor fast 2000 Jahren den Obstanbau in der Region bekannt. Die von ihnen
hier erstmals angebauten Äpfel, Pfaumen oder Trauben konnten zu Gelee gekocht und
zum Süßen von Speisen verwendet werden.

Im Hochmittelalter brachten dann Kaufeute Rohrzucker aus dem Orient nach Europa.
Zucker war zu dieser Zeit ein Luxusgut. Aber wer es sich leisten konnte, aß kandierte
Früchte und Nüsse als „Confect“ zum Abschluss eines opulenten Festmahls.

Anfang des 19. Jahrhunderts setzte eine wahre Geschmacksexplosion ein! Mit dem
Beginn der Industrialisierung wurde der Zucker immer billiger. Überall im Rheinland
entstanden nun Konditoreien, zu deren Spezialitäten vor allem Torten gehörten, so
auch in Neuss. 1826 eröfnete hier Carl Herkenrath eine Konditorei, in der er seinen
Kunden „Bisquit-, San-, Orangen-, Citron-, Wiener-, Schweizer- und Punsch-Torten aller
 Art“ anbot.

Das Süßwarengeschäft Mayser in Neuss, 1970er Jahre. Foto: Hanno Mayser 
            
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