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Bibliographische Daten: Zentralblatt für Anthropologie, 14.1909

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A. .Referate. Urgeschichte. 
Auf die Wichtigkeit dieser Funde weist auch J. Mestorf im 44. Bericht 
des Schlesw.-Holst. Museums in Kiel, S. 7, unter Wiederholung der einen 
Abbildung hin. Zacharias hat in der Illustrierten Zeitung Nr. 3309 vom 
29. Nov. 1906 ebenfalls bereits während der Untersuchung der Stelle eine 
zutreffende Schilderung gebracht; er gibt sogar außer einer Wiederholung 
des Grundrisses von Haus II noch eine Abbildung des Bronzegrabes, die in 
der Abhandlung selbst nicht enthalten ist. Prof. Walter-Stettin. 
237. C. Rotlimann: Ein Grabhügel der Bronzezeit bei Seliafstedt in 
Dithmarschen. Mitteil, des Anthropol. Vereins in Schleswig- 
Holstein, Heft 18, S. 14-—-21; m. 4 Abbildungen. Kiel 1907. 
Ein 29 m im Durchmesser, gegen 4 m in der Höhe messender Hügel 
enthielt fünf verschiedene Beisetzungen. Zu unterst in der Mitte eines sich 
noch deutlich absetzenden flacheren ursprünglichen Hügels mit kreisförmiger 
Steinumsetzung zeigten sich Reste eines Baumsarges auf rechteckigem Stein 
aufbau, darin Bronzedolch, Flintspan, Polierstein, Bernsteinperle — alles der 
1. Periode der Bronzezeit entsprechend, doch tritt hier zum ersten Male für 
diese Gegenden Leichenverbrennung hinzu. Auf der Oberfläche des unteren 
Hügels ist das zweite Grab angelegt mit Baumsarg auf ovaler Steinsetzung, 
darin aus Flint Dolch, Pfeilspitze und Span sowie zwei Goldspiralen; es 
gehört derselben Periode an, wenn auch dem Ausgange, ist aber Skelettgrab. 
Seitlich und etwas höher lagen zwischen unregelmäßig geschichteten Steinen 
verbrannte Gebeine ohne Beigaben, wohl aus der jüngeren Bronzezeit. Ein 
viertes Grab war zuerst ohne Sachkenntnis an der Seite des Hügelfußes 
geöffnet und enthielt ein Bronzeschwert mit ornamentiertem Griff und rundem 
Knauf, Ortband mit zwei Buckeln, Schaftcelt, lange, reich profilierte Bronze 
nadel, zwei Goldspiralringe mit Ösen auf dem Steinpflaster, aber keine Spur 
von der Leiche; die Formen der Beigaben lassen auf die 2. Bronzeperiode 
schließen. Endlich stand unter der Grasnarbe frei im Boden ein nicht ver 
ziertes Tongefäß vom Typus der Urnenfriedhöfe mit Bronzefragmenten und 
einem Eisenmesser, aber ohne Gebeine. Eine Schichtung des oberen Hügels 
war nicht zu unterscheiden. 
Einen ähnlichen Hügel hat Knorr bei Deutsch-Nienhof, Ksp. Westensee, 
geöffnet (44. Bericht des Schlesw. - Holst. Museums in Kiel 1907, S. 8 mit 
Tafel). Nur war hier das untere Grab 1 m tief in die Grandschicht unter 
Niveau eingesenkt, auf der rechteckigen Steinsetzung zeigten sich Sargspuren 
und ein Flintdolch. Darüber im Mittelpunkt des Hügels war ein zweites 
Grab angelegt, ovale Steinsetzung mit Steinkreis, darauf Reste des Baum 
sarges, Bronzedolch und Lanzenspitze von Flint. Eine Zeitangabe wird hier 
nicht gegeben, doch dürfte auch hier ein Grab der 1. Periode der Bronzeit 
in dem oberen zu erkennen und das andere nur wenig älter gewesen sein. 
Prof. Walter-Stettin. 
238. C. Rotlnnann: Grabkammer bei Klautoftfeld, Ksp. Jels. 
44. Bericht des Schlesw.-IIolst. Museums, Kiel 1907. (9 S. mit 
4 Abbildungen.) 
Eine megalithische Grabkammer lag in einem Hügel von 15 m Durch 
messer, der dieselbe nur wenig überragte. Decksteine fehlen jetzt, die Kammer 
selbst besteht aus sechs großen Steinen bei 2,15 m Länge und 1,40 m Tiefe, 
der Boden ist mit einer Schicht zerkleinerten und verbrannten Flints, mit 
Kohle durchsetzt, ausgefüllt, auf welcher ohne Spuren der Leiche als Bei 
gaben ein durchlochter Diorithammer mit schmalem Bahnende und eine dünn-
	        
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