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Full Text: Studien zur Gesetzestechnik, 1, Der Begriff der Gesetzestechnik und sein Wert

der immanenten Teleologie. Das Recht ist an und für 
sich mit einem Zweckstreben ausgestattet, das angeblich 
in der Rechtsgeschichte entlarvt werden kann. Hiebei 
kommt es zu einer historischen Interpretation, der empirisch 
bestimmten Rechtskörper. Es fragt sich bei dieser Auf­ 
fassung nur darum, ob dabei der menschlichen Aktivität 
überhaupt noch irgend ein Spielraum bleibt, und was 
innerhalb dieses Spielraumes als Recht zu gelten habe. 
B. Das Recht kann intellektuell gar nicht erfaßt werden, 
sondern ist Sache des Gefühls. Zu einer Interpretation 
kommt es in diesem Falle gar nicht. 
Recht ist ein auf die Aktivität von (in Gemeinschaft leben­ 
den) Menschen bezughabendes, (aus Menschen stammendes), gelten 
wollendes und jeweils gelten könnendes, in festen Regeln nieder­ 
geschlagenes Prinzip.1) Das Recht findet man also in den Aeußerungen 
von in Gemeinschaft lebenden Menschen. Es muß unter diesen 
Menschen gelten können und auch wirklich gelten (daraus er­ 
schließt man ja den Geltungswillen), und es muß in festen Regeln 
zutagetreten. Die menschlichen Aeußerungen sind Worte oder 
Handlungen — dem entspricht die Verkörperung des Rechtes als 
Gesetzes- und Gewohnheitsrecht.2) Die Art der Verwendung 
dieser Rechtsverkörperungen ergibt sich aber ganz von selbst 
daraus, daß das Recht seinem unbedingten Geltungswillen ent­ 
sprechend, mittels seiner abstrakten Regeln durch die objektivste 
Sphäre menschlicher Geistestätigkeit verwirklicht werden will 
(deduktive Bearbeitung), weiters daraus daß diese Regeln durch 
ein Prinzip zusammengehalten werden und daher in ihrem Zu­ 
sammenhänge induktiv erfaßt werden müssen, endlich noch daraus 
daß jeder Rechtsstoff dem ändern völlig gleichwertig ist und 
daher keine seiner Konsequenzen zugunsten irgend welcher anderer 
fallen gelassen werden darf. Es handelt sich kurz gesagt darum, 
den ganzen Rechtsstoff widerspruchslos im Zusammenhänge zu 
erfassen, und das ist die oberste und einzige wesentliche Inter­ 
pretationsregel. q S. 13 f. 
2j Man vergl, hierüber S. 87 ff.
	        
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