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Full Text : Die Urkundensammlung des Historischen Seminars der Friedrich-Wilhelms-Universität zu Berlin, Teil 2: Regesten der Urkunden nichtdeutscher Provenienz

 

Einleitung

Die Urkundensammlung der Zweigbibliothek Geschichte an der Humboldt-Universität zu Berlin
geht in ihren Ursprüngen auf das Jahr 1820 zurück.‘ Sie ist Teil des ehemaligen paläographischdiplomatischen
 Apparates des Historischen Seminars der Friedrich-Wilhelms-Universität. Ausgehend
 vom „Apparatus Koppianus“, einer Schenkung des Gelehrten Ulrich Friedrich Kopp
(1762-1834), wurde der Bestand von den grofien Diplomatikern und Historikern zu Lehrzwecken
genutzt und erweitert, die damals an der Universität wirkten: Philipp Jaffe, Wilhelm Wattenbach,
Harry Bresslau und Michael Tangl. Insofern ist die Sammlung auch ein Spiegel der Entwicklung
der Fächer Mittelalterliche Geschichte und Historische Hilfswissenschaften.
Insgesamt handelt es sich bei dem Bestand um 149 Urkunden und Fragmente” aus unterschiedlichen
 Regionen Europas, die erstmals in der 1997 publizierten archivwissenschaftlichen
Diplomarbeit von Johanna Aberle und Ina Prescher ausgewertet wurden. Die Autorinnen beschrinkten
 sich seinerzeit auf die Untersuchung der Urkunden nordalpiner Provenienz, die freilich
 den Hauptteil des Bestandes, insgesamt 94 Stücke, ausmachen.
Die Bearbeitung der restlichen Urkunden übernahm im Frühjahr 1999 eine kleine Gruppe
von Studierenden der mittelalterlichen Geschichte, die aus einer Übung zur Paláographie und
Diplomatik mittelalterlicher Papsturkunden an der Humboldt-Universitát unter der Anleitung
von Harald Müller hervorgegangen war. Über Jahre hat diese Gruppe neben der wissenschaftlicher
 Qualifikation, dem Studium und der beruflichen Tätigkeit ihrer Mitglieder die Erschließung
des Urkundenbestands vorangetrieben und legt nun das Ergebnis der Öffentlichkeit vor.
Der diesem Beitrag zugrunde gelegte Urkundenbestand umfasst 55 Stücke aus den Jahren
1218 (Nr. 4) bis 1770 (Nr. 47) vor allem südalpiner Provenienz, wobei 42 italienische Urkunden
die größte Gruppe darstellen. Die Urkundensammlung enthält daneben fünf spanische, drei französische,
 zwei polnische Urkunden und eine ungarische Urkunde, darüber hinaus zwei Stücke in
türkischer Sprache. }
Der Bestand bietet eine große Auswahl an Urkundentypen. Kaiser- und Königsurkunden
sind durch je ein Exemplar Karls IV. (Nr. 37) und des Königs Matthias Corvinus von Ungarn
(Nr. 54) vertreten. Die Papsturkunden sind alle nachmittelalterlich, dabei enthält die Sammlung
Stücke von Julius II. (Nr. 42), Clemens VIIL (Nr. 44), Clemens XI. (Nr. 33, 35) und Clemens

XIV. (Nr. 47). Bei den Privaturkunden überwiegen bei weitem die Notatiatsinstrumente, daneben

 

1 Zur Geschichte der Urkundensammlung vgl. Aberle/Prescher, Urkundensammlung, 7-16. Daraus schôpfend Mark
Mersiowski, Batocker Sammlerstolz, Raritätenkabinette, Strandgut der Säkularisation oder Multimedia der Aufklärung?
Diplomatisch-paläographische Apparate im 18. und frühen 19. Jahrhundert, in: Arbeiten aus dem Marburger hilfswissenschaftlichen
 Institut, hg. v. Erika Eisenlohr/Peter Worm (elementa diplomatica, Bd. 8), Marburg 2000, 229-241,
 zur Berliner Urkundensammlung 234, 239.
2 Vgl. Aberle/ Prescher, Utkundensammlung, 17.

 

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