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Objekt: Anthropos, 16/17.1921/22

Spiel und Sport auf Näoero. 
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entstehen auf dem Körper blutunterlaufene dunkle Flecken, Beulen, ja selbst 
blutende Stellen. Aber der zunehmende Schmerz, das Beifallklatschen, die Zu 
rufe, der Spott von seiten der umstehenden Zuschauermenge feuert den armen 
Schützen an, weiterzukämpfen und durcbzuhalten, wenn es auch schmerzt. Manch 
einer hat bei diesen Turnieren schon das Augenlicht eingebüßt. 
Es kommt nicht selten vor, daß infolge einer alten Fehde ein geheimer 
Groll weiter unter der Asche fortglühte. Nun ist die Stunde der Abrechnung 
gekommen und man nützt die Gelegenheit gründlich aus. An der Vorderseite 
der Stöpsel bringen die Frauen heimlich scharfe, winzige Gegenstände an, 
wie Glassplitterchen, enor (Stückchen von trockenen Kokosfiederblattrippen), 
Dornen vom Pandanusblatt usw., die beim Aufprall in die Haut eindringen 
und in der eventuell entstandenen Wunde sitzen bleiben. Es entstehen daraus 
regelmäßig bösartige Vereiterungen, die schwer heilen. 
Manchmal dauern die Gefechte ununterbrochen Tag und Nacht an. Die 
Verwandten schleppen alsdann Nahrungsmittel herbei, die in den eingelegten 
Pausen eiligst genossen werden. 
Ist man endlich des Treibens müde, dann gibt ein Schiedsrichter das 
Resultat bekannt und macht die besten Büchsen, d. h. solche mit der stärksten 
Durchschlagskraft (eine jede Windbüchse, führt einen eigenen Namen) namhaft. 
Das ist dann ein Ehrentag für den Eigentümer. Die besten Büchsen werden 
sorgfältig verwahrt und in Ehren gehalten. Gegen Entgelt leiht man sie zu 
verlässigen Spielern gerne aus. 
Auch Frauen veranstalten manchmal das Spiel mit der Windbüchse. Nach 
Aussage der Männer spielen sie hartnäckiger und mit mehr Ausdauer: denn 
da gilt es die Frauenehre. 
Wie andere Spiele, macht auch dieses alljährlich die Runde um die Insel. 
8. Eakabarere (Ringen). 
Junge Männer eines Distriktes sagen einem anderen Distrikt einen Ring 
kampf an. Der herausgeforderte Distrikt wählt seine Kämpfer aus. Meist sind 
es durch bereits früher erfochtene Siege bekannte Persönlichkeiten, die auf die 
Liste kommen. 
Am Morgen des Kampftages enthalten sich die Ringer jeglicher Speise, 
um gelenkig zu bleiben. Sie sammeln sich auf einem freien Platze, den Körper 
über und über mit Kokosöl eingesalbt, um den Gegner die Griffe zu er 
schweren. Fest um die Lenden geschnürt tragen sie eine fein geflochtene 
Doppelmatte, die bis hinunter auf die Fußknöchel reicht. 
Ein Ringkämpfer tritt vor bis in die Mitte des freien Platzes und fordert, 
laut den Namen rufend, seinen gewählten Gegner heraus. Dieser tritt vor und 
stellt sich dem Rufenden gegenüber. Beide reiben sich die Hände mit Staub 
ein, fixieren sich eine kleine Weile, schlagen mit beiden flachen Händen über 
den Oberschenkeln auf die Matte, daß es klatscht, und geraten aneinander. 
Folgendes haben sie zu beobachten: 
1. Beim ersten Zusammenprall darf ein Ringer seinem Gegner mit dem 
Unterarm nicht dermaßen in den Nacken schlagen, daß derselbe davon 
halb betäubt und kampfunfähig wird.
	        
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