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Full Text : Die Grammatik

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Syntar

arrivava. Der Deutsche belebt die Rede, indem er sagt: wärest
du später gekommen, das Unglück wäre nie geschehen. Eine ähnliche
 Lebhaftigkeit der Schilderung, daß der Redende sich wirklich den
Fall als eingetreten vorstellt, hat auch die lateinische Sprache
in Ausdrücken wie paens dixi, non debuisti, fast hätte ich gesagt,
du hättest nicht sollen u. dgl.; ebenso der griech. Indicativ mit äp.
F 148. Der Conjunctiv, als Modus der Vorstel⸗
lung, steht, wo die Aussage in zweifelnder, wünschender,
befehlender ꝛc. Art geschieht. Zunächst steht er (F144 und 145)
in der Protasis der Conditionalsätze mit se wenn, nach un⸗
persönlichen Ausdrücken wie basta es ist genug, bisogna man
muß, d naturalso es ist natürlich u. s. f.; ferner regiert von den
Conjunctionen abbenchô obwohl, aceid, acciocchèô, affinchè damit,
anziehd bevor, avvegnachò wenn auch, benchè wiewohl, comochè
wie wenn, dato che gesetzt daß, primachò bevor, purchò zugegeben
daß, se anche wenn auch, tutto ehe ungeachtet — kurz nach allen
mit eche und se zusammengesetzten Conjunctionen. —
Der Conjunctiv steht auch nach Relativen und verallgemei—
nernden Relativen und in denjenigen Fällen, wo auch der Lateiner
den Conjunctiv im Relativsatze hat; also wenn eine Absicht oder
Bestimmung, eine Wirkung und Folge ausgedrückt wird, ein
die Qualität oder Quantität angebender Sinn im Relativ
steckt; z. B. Niemand lebt, der dies thäte, nemo est, qui id faciat,
nessuno c'ò che facoia questo; das Schönste was man sehen kann,
il piu bello che si possa vedere. Bei unbestimmten An—
gaben, wie man sagt, man glaubt ꝛc. hat ens gleichfalls den
Conjunctiv; ebenso steht er bei disjunctiver Ausdrucksweise;
z. B. ob wir siegen oder sterben, o vinciamo o moiamo. Der Con⸗
fjunctiv tritt auch, wie im Lateinischen als exhortativus (audiamus,
 eamus!) und besonders als optativus ein. Gäbe Gott, daß
ich reich würde, volesso Iddio che diventassi ricco (lat. z. B. dont
dii meliora!). — Endlich steht er, wie im Lateinischen, als imperativos,
 um einen gelinderten Befehl, eine höfliche Bitte
auszudrücken; z. B. kenga il cappello setzen Sie auf; s'accomodi
nehmen Sie Platz; abbia la bontà haben Sie die Güte u. s. f.
F 149. Der Infinitiv drückt zunächst ein Substantiv aus,
wie dies auch im Griechischen der Fall ist, und zwar behält er
seine verbale Natur in seiner Beziehung zum Object, da er den
Casus des Verbums erfordert; z. B. das Bücherlesen (ro
dvayiyrodcæciv ßBißala) il leggore i libri. — Als Verbum bietet
der Infinitiv einige Schwierigkeiten, da er bald ohne Präaͤposition
steht, bald di, à oder da (por ete.) erfordert. 1) Ohne Prä—⸗
            
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