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Full Text : Die Grammatik

Vorrede.

oder medicinische Bahn betreten hat, Zeit zu so ausgedehnten
Fachstudien bleibt; doch das Bedürfniß, die Haupts prachen
Französisch, Englisch und Italienisch zu kennen, rüuͤckt heutigen
Tages jedem Gebildeten und selbst wen iger Gebildeten nahe.
Und nun meine Rechtfertigung, warum ich gerade die
stalienische Sprache zum Gegenstande meines Versuches machte.
Meine Methode kann aus dem bisher Gesagten klar sein. Ich
will eine italienische Grammatik vorlegen, die in
ihrer Anordnung genau der lateinischen Sprachlehre
entspricht, die also den Studirenden, denen sie spe—
ziellst gewidmet ist, etwas schon einmal Verarbeitetes
bietet, wo sie sich mehr zu Hause fühlen, als in all
den neueren Vexsuchen. So will ich mir erlauben, Vergleiche
mit der lateinischen Sprache, oder Parallelen mit der franzöͤsischen,
die als obligater Lehrgegenstand Jedem wenigstens bekannt sein
soll, nicht auszuschließen, im Gegentheile durch often Vergleich
und Hinweis auf Bekanntes die Sache möglichst zu erleichtern.
All die Einleitungen über den Begriff des Substantives, Adjectives
u. dgl. sind natürlich vollständig unnöthig, da sie dem Studiren—
den hinlänglich bekannt sind. Warum ich aber gerade die
italienische Sprache zum Vorwurfe nahm, während doch auch
die anderen modernen Sprachen wenige auf solchen Principien
fußende Grammatiken haben, hat seinen Grund darin, daß ich
mir vom Studium dieser Sprache am meisten erwarte; denn
es gibt wenig Studirende, wenig Künstler, kurz wenig Gebildete,
die nicht einen Drang haben, das gepriesene Italien, den classischen
Boden, die althistorischen Plätze mit eigenen Augen zu sehen.
Für den Studirenden ist Italien das Idealland und da uns die
schönen Städte des paradiesischen Landes jetzt so nahe geruückt
sind, läßt sich ein doppelt starker Besuch erwarten. Wer aber
der italienischen Sprache nicht vollkommen mächtig ist, wird
sich, abgesehen von materiellen Schäden, selbst in den schönsten
Gegenden nicht heimisch fühlen; wer aber glaubt, dort deutsche
Laute oder viele deutsche Brüder zu treffen, der wird sich, viel—
leicht Rom ausgenommen, bedeutend irren. Von einem Ver—
ständniß des Volkes, des ganzen Landes ist ohne Verständniß der
            
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