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Full Text : Die Behandlung französischer und englischer Schriftwerke

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lernen, die ihm sonst erst nach und nach oder auch nie zum Bewußtsein
kommen. Verstand und Aufmerksamkeit sind die Erfordernisse
für die richtige Umsicht und Geschmack die für die treffliche
übersetzung.
g 62. Die dem Französischen und Englischen eigentümlichen
Ausdrücke und Weundungen, die sogenannten Gallicismen und Angli⸗
rismen, suche man zu erkennen und nicht ins Deutsche zu übernehmen,
auch nicht wenn sich solche Nachbildungen bei guten Schriftstellern
finden. So l'emporter nicht es davontragen, sondern den Sieg davon⸗
tragen, la dernière rigueur nicht die letzte Strenge, sondern die
außerste Strenge, bôtel Riohard besser Richards Hotel als Hotel
Richard, l'sdition Didot besser die Didotsche Ausgabe als die Ausgabe
Didot; the eiviliged man nicht der gebildete Mann, sondern der Ge⸗
bildete, the United States Hotel nicht das Vereinigte⸗Staaten⸗Hotel,
sondern das Hotel zu den Vereinigten Staaten, the Wagner family
nicht die Wagnerfamilie, sondern die Familie Wagner. Mitunter ist
der fremde Ausdruck herabzustimmen: jo suis heureux de vous voir,
J am happy to see you, deutsch einfacher: ich freue mich, Sie zu
sehen, es freut mich, Sie zu sehen; mitunter die Konstruktion zu
wechseln: le voilà qui vient da kommt er ja, je ne lui ai pas parls
ich habe ihn nicht gesprochen; J hate lying das Lügen ist mir ver—
haßt, that's (oder there's) a good boy du bist ein braver Junge, 1J
am a stranger to these arts diese Künste sind mir fremd, J have
——
in dem mehr oder minder häufigen Gebrauch eines Wortes oder einer
Konstruktion das Auffällige der fremden Ausdrucksweise: dem franzö—
sischen on entspricht zunächst unser „man“, dem englischen Passiv das
deutsche Passiv; nichtsdestoweniger haben wir dem häufigen Gebrauch
don on unser Passiv (on dansa es wurde getanzt), dem häufigen Ge—
brauch des englischen Passivs unser „man“ beschränkend entgegen—
zustellen: J was told man sagte mir, the doctor was sent for man
ichickte nach dem Arzte.
868. Während man Gallicismen und Anglicismen vermeidet,
suche man andrerseits durch Germanismen dem deutschen Ausdruck
seine eigenartige Färbung zu geben. Solche echt deutschen Wörter und
Redensarten sind z. B. Mensch, Strohwitwer, Stube, Sehnsucht, ge—
mütlich, vornehm, hold, sachlich, zweckmäßig, schlimm, wunderschön,
mäuschenstill, stockfinster, kreuzbrav, blutjung, mutterseelenallein, lieber
            
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