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Full Text : Handbuch der französischen und deutschen Conversationssprache

VBorrede.

XIH

Hoftapezier Haumann, denn er habe den griechifchen
Thron ausgefhlagen, madhte gewiß einen der
(hönften Calembourgs, die wir je im Deutihen zu
hören bekamen.
Troß diefer Doppelfinne, die im Franzöfifchen
nur zu Bäufig find, und in der Heitern Unterhaltung
gern geduldet werden, ift doch der Charakter der franz
öfildhen Sprache die Präcifion im hohen Grade, und
eine der erften Grundregeln ift:
„il faut Eviter toute €quivoque.“ —
‚ Talleyrand8 bekanntes Wort: „Gott habe uns
die Sprache verliehen, damit wir unfere Gedanken
verbergen fönnten“, findet im ANgemeinen feine Anz
wendung, und die Meinung, als fey die franzöfifche
Sprache deßhalb die Sprache der Höfe, Diplomaten
und höherer Stände überhaupt, ift eben fo wenig
gegründet. Gerade bei Unterhandlungen, Traktaten
und dergleichen wird nad) präcifer Kürze geftrebt; es
fol jedem Einwande vorgebeugt werden, und fehnell
der Ausdruck für das, was man will, gefunden feyı,
daß nicht langweilige Erörterungen erft vorher ftattz
finden dürfen. Und Ddiefe Vorzüge bietet die frans
söfijhe Sprache offenbar vor der deutihen, wo es
ber‘ conventionellen Formen wegen f{Hon ohne große
Umfchweife und Weitläufigkeiten nit abgehen Kann.
8 wäre wahrhaftig nicht nöthig, bei großartigen
MAofchlüffen zwifdhen regierenden Mächten fich einer
fremden Sprache zu bedienen, weldje die Chance zu
einer {pätern Wortbrüchigkeit durch eine Teichtfertigere
Wortfügung, durgH Doppelfinnigkeit u. f. w. Ddars
böte; follen Traktate der Art umgefltoßen werden, fo
            
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