38 —
Mauer es hindert; nach vorn halten es die Stricke im Gebiß
zurück. Natürlich dürfen die Stricke nicht so hart angezogen
sein, daß es sich überhaupt nicht rühren kann. Außerdem
ist es zu empfehlen, böswilligen Pferden in der Launenecke
beide Vorderbeine zusammenzubinden, wie die Abbildung
zeigt. In dieser Stellung bleibt das Pferd den
ganzen Tag stehen, ohne Futter und Trank. Am Abend
wird es losgebunden und in den Stall geführt, bekommt
aber auch jetzt weder Futter noch Trank. Am andern
Tage spanne ich das hungrige Pferd mit dem andern wieder
ein. Will es nun noch nicht ziehen, wenn ich „Aomm"
sage, so spanne ich es ruhig wieder aus, ohne es die Peitsche
fühlen zu lassen. Nun lasse ich das Pferd auf drei Beinen
stehen (siehe Abbildung H), und zwar so lange, bis der
Schweiß ordentlich ausbricht. Wirft es sich nieder und
will nicht gleich wieder aufstehen, so kann es ruhig einmal
ordentlich die Peitsche zu fühlen bekommen. Ist die
Peitsche aber machtlos, so gibt es noch ein ganz vorzügliches,
unschädliches Mittel, das Pferd auf die Beine zu
bringen. Ich nehme nämlich etwas starken Salmiakgeist
und halte ihn dem störrischen Tiere unter die Nase.
Blitzschnell wird es auf den Beinen sein. Nachdem ich es
dann noch eine kurze Zeit habe stehen lassen, spanne ich
es wieder vor den Wagen.
Will es nun ziehen, so ist es gut, andernfalls wird das
Manöver mit dem Stehenlassen auf drei Beinen wiederholt,
und zwar so lange, bis das widerspenstige Tier sich zur
Arbeit bequemt. Gewöhnlich widersteht es nicht mehr lange
und tut alles, was von ihm verlangt wird. Bei allen
störrischen Pferden muß man die Palskette oder bjalskoxpel,
die vorn an der Deichsel befestigt wird, recht lang lassen.