Bei der Reduktion mittels unterphosphoriger
Säure habe ich festgestellt, daß weder hoher Druck
noch höhere Temperatur erforderlich sind, sondern
die Reaktion wird, sobald durch das schwache Erhitzen
die Zersetzung der Säure unter Entwicklung
von Wasserstoff einsetzt, einfach weiterlaufen, und
die Reaktionsgeschwindigkeit ist viel größer, als bei
anderen Hydrierungsmethoden.
Außer Kupfer und Palladium, die ich als Katalysatoren
für die Reduktion der Nitroverbindungen verwendet
habe, können auch Kobalt, Eisen, Silber,
Magnesium, Chrom und Aluminium verwendet werden;
aber wie schon gesagt, ist Kupfer für die
Reduktionen der Nitrogruppen der allergeeignetste
Katalysator, weshalb es sich auch in der Technik, wie
bei Herstellung des Anilins in der Badischen Sodaund
Anilinfabrik und anderen Werken eingebürgert
hat.7
c) Halogenderivate der Kohlenwasserstoffe.
Die Halogenderivate der aromatischen Kohlenwasserstoffe
sind wiederholt katalytisch hydriert worden;
hierbei verwendet man meistens Nickel als Katalysator,
und Spuren von Chinolin sollen die Reduktion
solcher Verbindungen fördern.
<Das Kupfer ist wohl hierfür nicht gut geeignet.
Bei Versuchen, Benzylchlorid, Brombenzol und Jodbenzol
durch die unterphosphorige Säure und Kupfer
zu reduzieren, habe ich festgestellt, daß erstens hierbei
die Wirksamkeit des Kupfers für die Zersetzung
der Säure sehr schnell nadiläßt und zweitens die
Reduktion der obengenannten Verbindungen nicht 26