gibt es noch mehrere Angaben über den Besitz der Fürsten an Weiden
und Wiesen; im Jahre 1428 sollen sie sich auf mehr als 300 000
Mou belaufen haben 48) usw.
48) Ebenda S. 35.
49) Ebenda Teil 1, S. 22—23.
50) Huang Tschen Wen Hsien Tung-kao Buch 1, Teil 2, S. 29.
Im Jahre 1503 berechnete man, daß die Gesamtanbaufläche Chinas
422 805 800 Mou betrug, von denen das Staatsland (fraglich ob einschließlich
Kuan-Chuang, Huang-Chuang usw.) 3/7 einnahm. Im Vergleich
zu dieser Zahl betrug die Gesamtanbaufläche im Jahre 1382
(dem 14. Regierungsjahre Hung-wu von Tai Tsu) 849 600 000 Mou.
Es ergibt sich also, daß die Anbaufläche im Verlauf von 120 Jahren
um mehr als die Hälfte vermindert wurde! Wodurch war die Verminderung
entstanden? Die Frage ist mit dem Verfasser des Wen
Hsien Tung-kao einfach zu beantworten: „Sie entstand zum Teil in
der Zuteilung des Landes an die Fürsten, z. T. in Betrügerei der unehrlichen
Grundbesitzer bei den Landflächenangaben . . ." 40). Jedenfalls
kann man feststellen, daß ein großer Teil der Gesamtanbaufläche
zur Zeit in die Hände von Personen gefallen war, die sich nicht mit
der Landwirtschaft beschäftigten, sondern ihre Pächter ausbeuteten.
B. In der Tsing-Dynastie (1644—1910).
Von der Tsing-Dynastie wurden nach der Eroberung Chinas, ebenso
wie von der Yüan und Kin, die Böden der Bauern in großem Umfang
annektiert und an ihre Gefolgschaften verteilt. Das war das sogenannte
Banner-Land (Ki-Ti), welches in der Geschichte der Grundverteilung
und der Pacht Chinas einen großen Raum einnimmt. Die
Kaiser wollten auf dem Banner-Land die Mandschuren ansässig machen
und sie mit dem Ackerbau beschäftigen. Aber diese konnten oder
wollten nicht die Bewirtschaftung übernehmen, und so wurden
die annektierten Böden ohne Wissen der Kaiser wieder an die chinesischen
Bauern verpfändet, verkauft oder verpachtet. Jedoch der Kaiser
kaufte das Land auf Kosten des Fiskus, d.h. der Steuerlasten der
chinesischen Untertanen, von den Bauern zurück und verbot es im
Jahre 1768 den Bauern für ewig, diese Ländereien zu pfänden und zu
kaufen 50). Der Staat mußte jedoch zulassen, daß die Mandschuren ihr
Land an die Bauern verpachteten, oder er verpachtete es teilweise
selbst und verteilte nur die Pachtsumme an die Mandschuren. Die
Banner-Ländereien erstreckten sich damals überall dort, wo sich die
Mandschuren vorfanden, ihr Stützpunkt lag hauptsächlich in der heutigen
Provinz Hopei (Tchilih).
Die Militärkolonien haben in der Tsing-Dynastie ebenfalls eine
Rolle gespielt. Mit ihrer Hilfe wurden große Landflächen in den Pro- 20