Page Banner

Full Text : Die chinesische Pacht

splitterung des Landbesitzes durch die Gleichverteilung unter Erben
und das Kleinbetriebssystem sind in China bekannt. Es ist daher ausgeschlossen,
 daß sich fast die Hälfte des Bodens in der Hand des Großgrundbesitzes
 befindet. Die zweite Schätzung ist auch nicht zuverlässig,
 denn der Prozentsatz der Landfläche mit Besitzgrößen unter 10
Mou scheint mir zu groß und der von über 100 Mou zu klein.
Nach vorsichtigen Erhebungen von C. B. Malone und T. B. Tayler10),
 die sich auf 23,445 Mou Land in drei Bezirken der Provinz
Kiangsu und 69,950 Mou in drei Bezirken der Provinz Tschihli (Hopei)
erstreckten, ergibt sich folgende Besitzverteilung:

Dörfer in Kiangsu Dörfer in Tschihli

Besitzgröße

% d. gesamten
untersuchten
Besitzerzahl

°/od.gesamten
untersuchten
Landfläche

% d. gesamten
untersuchten
Besitzerzahl

% d. gesamten
untersuchten
Landfläche

unter 10 Mou
11— 50 ,,
51-100 ,,
über 100 „

68,8
29,3
1,5
2,4

21,1
32,3
5,1
41,5

55,2
33,8
6,9
4,0

11,7
34,3
21,3
32,6
Insgesamt

100,0 100,0 100,0 100,0

Diese Tabelle bringt zum Ausdruck, daß in Kiangsu und in Tschihli
der Mittelbesitz vorherrscht. Das Bild ist allerdings vermischt durch die
hohe Prozentzahl an Landfläche für den Großgrundbesitz. Hierbei
ist jedoch zu berücksichtigen, daß auf den Großbesitz auch eine große
Familie entfällt. So geben dieselben Untersuchungen an, daß der Großgrundbesitz
 eine durchschnittliche Familiengröße von 14—21 Personen
und in Kiangsu von 8—14 Personen hat. Die Ergebnisse dieser Erhebungen
 werden bis zu gewissem Grade auch für ganz China zutreffen,
 nämlich insoweit als der Mittel- und Kleinbesitz weitaus überwiegt.


Man teilt die chinesischen Bauern in drei Gruppen: 1) Besitzer, die
auf eigenem Lande arbeiten (selbständige Bauern); 2) Teilbesitzer,' die

Grundstücke in eigenem Besitz haben, aber gleichzeitig etwas Boden zu
ihrem Besitz noch hinzu pachten; 3) Pächter, die sich ausschließlich
mit fremdem Boden beschäftigen. Nach der verhältnismäßig vollständigen
 Statistik des ehemaligen Ministeriums für Landwirtschaft und
Handel in Peking sind die drei Kategorien der Bauern im Jahre 1917
und 1918 folgende:

10) C. B. Malone und J. B. Tayler, The Study of Chinese rural
Economy, Chinesisch von Li Hsi-Chou: Ökonomische Zustände der
chinesischen Landwirtschaft, 1928, Peiping, S. 33—34. 32
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.