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Jedoch man beschuldigt uns Dessen und Jenen, weil man uns
einmal beschuldigt haben will, gleichviel ob wir Anlaß dazu bieten
oder mcht. Die gegenwärtige Zeit ist uns äußerst ungünstig, wenn
man sie nach Denen beurtheilt, welche gegenwärtig in Europa auf
die öffentlichen Angelegenheiten einen überwiegenden Einfluß ausüben.
Dagegen ist die Conjektur der politischen Verhältnisse unseren
Widersachern äußerlich günstiger als jemals. Wo sie nicht zu
widerlegen vermögen, da wissen sie Schutzengel mit einer Ordre in
der Tasche für ihre Zwecke zu requiriren. Wenn man aber unsere und
unserer Gegner Sache nach dem Urtheile der frischen, vorwärts strebenden
Elemente im Volke darüber beurtheilt: dann gestaltet sich
das Verhältniß freilich ganz anders. Es hat seinen ganz besonderen
Grund, daß in ganz Europa das alte Kirchenthum in der gegenwärtigen
Epoche von Denen, welche als die offiziellen Leiter der
öffentlichen Angelegenheiten gelten, gehegt und gehätschelt wird, daß
sich mit ihm die politische Reaktion auf Sein und Nichtsein vereinigt
hat. Derselbe wird sich uns ganz klar ergeben, wenn wir die
Stellung des alten Kirchenwesens in der politischen Geschichte
unserer Tage betrachten. Das lasset uns nun thun. —
Zu Ende des vorigen Jahrhunderts waren die Verhältnisse dem
Hauptträger der alten Kirchlichkeit, dem Katholicismus, ungünstiger
als jemals zuvor. Ludwig XIV., welcher den verrufenen Grundsatz
des Absolutismus: „Der Staat, das bin ich!" — zuerst ausgesprochen
hatte, wollte, wie es so viele Regenten gleichfalls gethan
haben und hie und da noch thun, seinen Geist an die Stelle des
Geistes der Zeit setzen und seine religiöse Privatmeinung durch alle
ihm zu Gebote stehenden Mittel seinen Untergebenen aufdrängen.
Er ließ nichts, weder Vorspiegelung, noch Einschüchterung, noch
äußerste Gewalt unversucht, um in Frankreich den Protestantismus
auszurotten. Die Vorältern der hiesigen französischen Kolonisten
sind durch dieses Königs ruchlose Frömmigkeit aus ihrem Vaterlande
vertrieben worden. Auch innerhalb des Katholicismus wollte er
außer der jesuitischen keine andere Richtung aufkommen lassen.
An diesem Könige ward es wieder recht offenbar, wie wenig
der Einzelne, und wäre er noch so mächtig, wider den Geist der
Zeit vermag. Grade der Abscheu gegen sein Verfahren erzeugte im
katholischen Südwesten Europa's einen Widerwillen vor dem Jesuitismus,
dem Pabstthum und der sogenannten positiven Religion,
der in der damaligen Literatur, namentlich in derjenigen Frankreichs,
sich Luft machte und sich reißend verbreitete. Seit der Vertreibung
der Jesuiten aus verschiedenen katholischen Ländern, die endlich den
Pabst zu einer förmlichen Aufhebung dieses Ordens nöthigte, bis
zum Sturze Napoleons ist die Geschichte des Pabstthums eine ununterbrochene
Kette von Demüthigungen. Clemens XIII. schleuderte