Der Numerus.
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In derselben Sprache findet man eine große Anzahl verbaler
Affixe, einfacher und zusammengesetzter, deren Funktion die ist, im
besonderen anzuzeigen, wie viel Subjekte auf wie viel Objekte in einem
gegebenen Zeitpunkt einwirken. Z. B. die Suffixe: a.
Rudo, bedeutet die Wirkung, die zwei auf viele in der Vergangenheit
ausüben;
Rumo, bedeutet die Wirkung, die viele auf viele in der Vergangenheit
ausüben;
Durudo, bedeutet die Wirkung, die zwei auf viele in der
Gegenwart ausüben;
Durumo, bedeutet die Wirkung, die viele auf viele in der
Gegenwart ausüben;
Amadurudo, bedeutet die Wirkung, die zwei auf zwei in der
Gegenwart ausüben; ;
Amarudo, bedeutet die Wirkung, die zwei auf zwei in der
Vergangenheit ausüben;
Amarumo, bedeutet die Wirkung, die viele auf zwei in der
Vergangenheit ausüben;
Ibidurudo, bedeutet die Wirkung, die zwei auf drei in der
Gegenwart ausüben; 8
Tbidurumo, bedeutet die Wirkung, die viele auf drei in der
Vergangenheit ausüben;
Amabidurumo, bedeutet die Wirkung, die‘ drei auf zwei in
der Gegenwart ausüben ete.*)
Das Bedürfnis nach konkreter Spezifizierung könnte, scheint es,
bezüglich der Zahl nicht klarer hervortreten. Auch kann man sagen,
daß es in diesen Sprachen eine ganze Mehrzahlserie gibt. »Der Dual
und das, was man den Trial nennt, sind in Wirklichkeit in den melanesischen
Sprachen, mit Ausnahme einer kleinen Zahl von Worten,
nicht wahrhaftig ein bestimmter Numerus, sondern der. Plural mit
einer Zahl, die daran geknüpft ist.«?) Diese Bemerkung Codringtons
gilt ganz ebenso für die Sprachen Englisch-Neu-Guineas. Sie läuft
darauf hinaus, zu sagen, daß diese Sprachen so viel als möglich eine
bestimmte Mehrzahl und nicht die Mehrzahl schlechthin ausdrücken.
Das gleiche ist in den australischen Sprachen häufig der Fall.
So »gibt es in allen Dialekten des Baus Tyatyalla vier Zahlen, die
Einzahl, den Dual und Trial und die Mehrzahl. Der Trial hat auch
zwei Formen in der ersten Person (inklusive und exklusive). Ich habe
den Trial auch in den Sprachen Thaguwurru und Woiwurru gefunden . . .°)
Die Existenz des Trials wurde schon vor langer Zeit ‚auf Aneiiyum
und auf anderen Inseln des Stillen Ozeans hervorgehoben; : sie
1) Ibid., p. 315. 2 Da .
2?) Codrington, Melanesian languages, P. 111. Zitiert in The Cambridge
Expedition to Torres Straits. III, p. 428. ; .
3) Matthews, The aboriginal language of Vietorla. Journal. and Proceedings
of the R. Society of N. S. Wales, 1903. P. 72—73.