Zähl-Systeme.
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Namen der Zahlen sind. Diese erscheinen erst dann, wenn eine regelmäßige
Periodizität die Reihe zu rhythmisieren beginnt.
Tatsächlich wurde diese Periodizität meistens nach der Zahl der
Finger und der Zehen geregelt. Mit anderen Worten, die Basis 5 ist
die häufigste. Aber immerhin ist es noch nicht sicher, daß sie überall,
wo wir sie antreffen, diesen Ursprung hat, der uns so natürlich scheint.
Fast alle »Primitiven« bedienen sich der Finger, um zu zählen, und dies
tun oft ‚ebensowohl die, die die quinarische Basis nicht kennen, wie die,
die von ihr Gebrauch machen. Das Studium der. »manuellen Begriffe «
ist in diesem Punkte sehr instruktiv. So zum Beispiel die Art, wie
ein Den6-Diudjie (Kanada) zählt. Indem er die Hand (immer die
linke), deren Fläche seinem Gesicht zugekehrt ist, ausbreitet, krümmt
er den kleinen Finger und sagt: eins = »das Ende ist gefaltet«,
oder »beim Ende«. Das gleiche tut er mit dem Ringfinger und sagt:
zwei — »es ist von neuem gefaltete. Dasselbe macht er mit
dem Mittelfinger und fügt hinzu: drei == »die Mitte ist gefaltet«.
Er. faltet den Zeigefinger und sagt, indem er den Daumen
vorweist: vier = »es bleibt nur mehr der eine übrig«. Er öffnet
hierauf die Hand und sagt: fünf = »es ist meine Hand in
Ordnung«, oder = »an einer Hand«, oder =— ‚meine Hand«. Der Indianer,
der nun seine linke Hand ausgebreitet und drei Finger aneinandergepreßt
hält, trennt von ihnen den Zeigefinger und den Daumen
ab, denen er den Daumen der rechten Hand nähert und sagt: sechs
— „es sind drei auf jeder Seite« = »drei zu drei«. Er vereinigt vier
Finger der linken Hand, nähert dem isolierten linken Daumen den
Daumen und den Zeigefinger der rechten Hand und sagt: sieben
— »auf einer Seite gibt es vier«; oder == »da sind noch drei wiedergefaltet«;
oder == »drei auf jeder Seite und die Spitze in der Mitte«.
Er heftet die drei Finger der rechten Hand an den isolierten Daumen
der linken Hand und sagt, indem er so zwei Sektionen zu je vier erhält:
acht = »vier zu vier« oder »vier auf jeder Seite«, Indem er dann
auf den kleinen Finger der rechten Hand, der allein eingefaltet geblieben
ist, weist, sagt er: neun = »es ist noch einer unten«, oder =
seiner fehlt noch«, oder = »der kleine Finger lagert unten«. Endlich
klatscht der Indianer in die Hände, indem er sie aneinanderpreßt,
und sagt: zehn == »es ist auf jeder Seite voll«, oder == »es ist gezählt«,
berechnet, es ist eine Rechnung. Dann beginnt er dasselbe Kunststück,
indem er sagt: ein Volles mehr einem, ein Gezähltes mehr
einem, mehr zweien, mehr dreien ete.')
So hat der Den&-Diudjie, obgleich er sich der Finger bedient,
um zu zählen, in keiner Weise die Idee einer quinarischen Grundlage.
Er sagt nicht, wie wir es oft anderswo finden, sechs ist ein
zweites Eins, sieben ein zweites Zwei, acht ein zweites Drei etc. Er
sagt im Gegenteil: sechs ist drei -+ drei, indem er auf die Hand,
1) Petitot, Dietionnaire de la langue Dene-Diudjie. P. XV.
Lövy-Brühl, Das Denken der Naturvölker.
)