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Full Text : Das Denken der Naturvölker

Der Fischfang,

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»würde der König nie verfehlen, einen Tag ganz einsam im Gebirge
zu verbringen; er begibt sich ganz heimlich frühmorgens dahin, um
erst spät abends zurückzukehren. Er tut dies, um singen zu gehen
und um seinen Gott zu bitten, ihm. bei der Walfischhetze, die
beginnen soll, Erfolg zu gewähren... Die beiden darauffolgenden
Tage sieht man ihn ganz nachdenklich und finster umhergehen; er
spricht fast mit niemandem und er beobachtet die Fastengeseize auf
das allerstrengste ... Außerdem halten er und seine Mannschaft während
 der ganzen Woche vor Beginn des Fischens‘ eine . Fastenzeit,
indem sie sehr wenig essen und mehrere Male im Tag im Wasser
untertauchen; sie singen und sie reißen sich mit Muscheln den Körper
auf..., endlich enthalten sie sich gleichzeitig jedes Verkehres mit
ihren Frauen«.!)
Manchmal konzentrieren sich die mystischen Operationen auf
eine einzige Person, die sozusagen das Vehikel, das Beförderungsmittel der
magischen Verbindung sein wird, welche zwischen der menschlichen
Gesellschaftsgruppe und der Gruppe der Fische besteht. Wir finden
einen sehr schönen Fall von Partizipation dieser Art bei den KEingeborenen
 von Britisch-Neu-Guinea.
»Die Vorbereitungen für die Jagd des Dugong und der Schildkröte
 sind außerordentlich verwickelt und beginnen zwei Monate, bevor
 man fischen geht. Man ernennt einen Häuptling, der von da
an belaga (heilig) ist. Der Erfolg der. Saison des Fischfangs hängt
von der strengen Beobachtung der ‚Gesetze des Dugong-Netzes‘ durch
diesen Häuptling ab. Er lebt ganz getrennt von seiner Familie; man
erlaubt ihm nur, eine oder zwei gebratene Bananen nach Sonnenuntergang
 zu essen. Jeden Abend, wenn der Tag sinkt, geht er ans Ufer
und badet sich unter dem Vorsprung des Landes, der über den Ort, wo
sich die Dugongs nähren, hinausragt... Von Zeit zu Zeit wirft er ein
wenig mula-mula (magische Substanz, um die Dugongs zu bezaubern) um
sich herum. Während er diese Entbehrungen erduldet, arbeiten alle erwachsenen
 Männer... an der Verfertigung der Netze.«?)
Bei den Ten’a (Denes) des Flusses Yukon ist man zur Zeit,
da der Fischfang beginnen soll, der Meinung, daß ein Medizinmann
sich unter dem Eis in das Land begebe, wo die Salme in großen
Scharen überwintern, offenbar um sich ihrer guten Stimmung zu versichern.#)
 Ebenso gibt es bei den Huronen in jeder Fischerhütte
einen Fischprediger, der die Gewohnheit hat, den Fischen eine Rede
zu halten; »wenn sie geschickte Leute sind, sind sie sehr gesucht, da
sie (die Huronen) glauben, daß die Ermahnungen eines geschickten
Mannes. eine große Macht haben und die Fische in ihre Garne
locken... Der, den wir hatten, hielt sich für einen der ersten, auch er:
aiferte er sich höchlichst. sowohl was die Zunge als was die Hände

» Jewitt, Adventures and sufferings. P. 154—155.
?) Gwise, Wanigela River. New-Guinea: J. A. I. XXVIIL. p. 218,
\ Rev. J. Jette, On: the medieine: men of the Ten’a. J. A. I. XXXVI, p. 174.
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