Der Fischfang.
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Zeremonien. »Es ist sehr wahrscheinlich, daß in der Meerenge von
Torres die am Hinterteil des Schiffes angebrachten figürlichen Abbildungen
eine magische Bedeutung haben . . ., es befanden sich dort der Kopf des
Fregattenvogels, manchmal des Meeradlers, der Schwanz des Eisvogels...
Alle diese Tiere sind große Fischfresser. Ebenso hat die Skizze
eines Kopfes am äußersten Ende der Harpunen, die zur Dugongjagd dienten,
sicherlich einen magischen Sinn.«!) »In Britisch-Kolumbien stellen fast
alle Keulen, die ich gesehen habe«, sagt Boas, »den Meerlöwen oder den
gefährlichen Walfisch dar, also die zwei Meeresungeheuer, welche von
den Indianern am meisten gefürchtet werden und welche die Tiere töten,
die sonst die Indianer selbst mit ihren Keulen treffen. Sie haben also
wohl ihren Waffen eine Form, die ihrer Bestimmung zweckmäßig angepaßt
ist, geben wollen und ihnen vielleicht durch das Mittel einer
solehen Gestalt eine größere Wirksamkeit verleihen wollen «.?)
Bei den Tscherokesen »muß der Fischer mit dem Kauen. eines
kleinen Stückes von der Fliegenfalle beginnen und es dann auf den
Köder und den Angelhaken speien. Nachher, aufrecht stehend, das
Gesicht nach der Strömung gerichtet, sagt er die diesbezügliche Formel
her und steckt den Köder an den Angelhaken ... Dieses Verhalten
wird die Wirkung erzielen, daß der Angelhaken fähig ist, den Fisch
anzuziehen und festzuhalten, so wie die Pflanze die Insekten erfaßt
und in ihren Kelch einschließt. Das Gebet ist direkt an die Fische
gerichtet, die, wie man glaubt, in Siedelungen leben«.?)
Während. des Fischfanges müssen magische Operationen Stattfinden,
die genau mit denen übereinstimmen, die die Sioux anwenden,
wenn das Wild in Sicht ist. Wenn zum Beispiel bei den Baganda
»>das Netz ausgeworfen ist, nimmt der Häuptling der Fischer einige
Gräser, die sie von dem Priester von Musaka erhalten haben, und die
in einem besonderen Gefäß aufbewahrt sind; dann raucht er sie in einer
Tonpfeife und sendet den Rauch zum Wasser .hin, und dies bewirkt,
daß die Fische ins Netz gehen. Dieses Gefäß hat einen besonderen
Platz, der nur für seinen Aufenthalt bestimmt ist. — Man glaubt,
daß es lebendig sei und es als eine Schmach betrachtet, anderwärts
als auf seinen Ehrenplatz gestellt zu werden; es entladet seinen Zorn,
indem es die Fische entwischen läßt. Auch den Kähnen, die zum
Fischfang dienen, bringt man Opfergaben- von Fischen dar«.*)
In Neuseeland »waren die religiösen Zeremonien, die sich auf
den Fischfang bezogen; sehr sonderbar. Am Tage vor der Abfahrt
ordneten die Eingeborenen alle ihre Angeln, um irgend ein Exkrement
herum an und sprachen ein karaktia (eine magische Formel), das zu
1) The Cambridge Expedition to Torres Straits. V, p. 338. 0°
?) Boas, The N. W. tribes of Canada, Reports of the British Assoeiation for
the advancement of sciences. 1898, p. 679. | Ve A
3) James Mooney, The sacred formulas of the Cherokee. E. B. Rep. VII,
. 374 —375. , RM DE
P 4) Roscoe, Manners and eustoms of the. Baganda: J. AI. XXXIL, p. 55—56.