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Full Text : Das Denken der Naturvölker

Die ersten Leichen-Zeremonien.

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1. Den Tod, und die längere oder kürzere Zeit, die vom letzten
Atemzug bis zum Leichenbegängnis  verstreicht. )
2. Die Periode, die zwischen dem Leichenbegängnis und dem
Ende der Trauer liegt, d. h. jener Zeremonie, welche endgültig die
Beziehungen zwischen dem Toten und denen, welche ihm in. der
sozialen Gruppe besonders verbunden waren, zerreißt.
3. Die Periode von unbestimmter, aber endlicher Dauer, in welcher
der Tote seine .Reinkarnation erwartet. ;
4. Die Geburt, und die längere .oder kürzere Zeit, die vom Geburtstag
 bis zur Namengebung verstreicht,
5. Die Periode von der Namengebung bis zur Einweihung.
6. Das Leben des erwachsenen und eingeweihten Mannes, das
mit dem Tode endet — und da beginnt. der Kreislauf. von neuem.
In unserer Sprache könnte man sagen, daß der Tod wie die
Geburt in mehreren Zeitabschnitten stattäinden. Der. Tod beginnt mit
der ‚ersten Periode und ist erst vollständig, wenn die Zeremonie,
die die zweite beschließt, vorbei ist. Desgleichen ist es bloß der Beginn
 der Geburt, der sich bei der Entbindung ereignet und diese
ist erst nach den Einweihungszeremonien vollendet. Wiederum zwingen
uns hier unsere geistigen Gewohnheiten, unsere Sprache, in deutlich
 geschiedene Abschnitte zu trennen, was der prälogische. Geist in
Form vielfacher Partizipationen vorstellt, die beginnen oder aufhören,
miteinander zu bestehen.

Il.

In den Augen der Primitiven wird der Tod immer auf eine
mystische Ursache und fast stets auf Gewalttätigkeit zurückgeführt.
Er bedeutet einen jähen Riß der Bande, die ein Individuum mit der
sozialen Gruppe verknüpften. Infolge dieses Ereignisses ergeben sich
neue Beziehungen zwischen dieser Gruppe und ihm. Denn wer in das
Reich der Toten eingeht, ist weit davon entfernt, von nun an übersehen
 zu werden, da er vielmehr Gegenstand des Mitleids, der Furcht,
der Verehrung und verwickelter verschiedenartiger. Gefühle wird. Die
Begräbnissitten geben Kunde von den Kollektivvorstellungen, die von
diesen Gefühlen untrennbar sind.
Es gibt Gesellschaften, wo diese Gebräuche schon beginnen,
bevor der Patient seinen Geist aufgegeben ‚hat, so eilig hat man
es, den Toten von den Lebenden zu entfernen. So bei den Abiponen:
 »wenn das Atmen des Sterbenden in einiger Entfernung nicht
mehr gehört wird, wenn es, und sei es nur für einen Augenblick,
aussetzt, So erklären sie, er habe ausgeatmet .... ‚Sofort reißt: man
Zunge und Herz. des Toten aus seinem: Leib heraus. und . wirft sie
einem Hund zum Fraß vor, nachdem man sie erst hat kochen lassen,
indem man denkt, daß dieses Verfahren auch den Urheber des Todes
zugrunde richten werde... Der. noch warme Leichnam wird an-18%


            
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