Die prälogische Geistesart,
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Um uns nur an einige Beispiele zu. halten, so hat Major Zllis
an der Westküste Afrikas Kollektivvorstellungen gesammelt, die gar
nicht (er selbst hat es ausdrücklich bemerkt) mit der Idee der Seele,
wie sie eben durch 7ylor definiert worden ’ist, übereinstimmen. Nach
Ellis unterscheiden die Eingeborenen den kra und den srahman.
Der’ kra existierte vor der Geburt des Menschen, wahrscheinlich in
der Eigenschaft eines kra einer langen Reihe von Individuen, und
er wird nach dem Tode dieses Menschen seine unabhängige Laufbahn
gleichfalls fortsetzen. Er wird entweder in den Leib eines Neugeborenen
oder in einen Tierleib hineinfahren oder er wird in der Welt in Gestalt
des sisa, d. h. des kra ohne Wohnstätte, umherirren: Die gewöhnliche
Ansicht ist die, daß der sisa. stets danach strebt, in einen
menschlichen Körper hineinzufahren und wieder ein kra zu werden;
er wird sogar einen Augenblick der Abwesenheit eines kra benützen,
um sich des Wohnortes desselben zu bemächtigen ... Der kra kann,
wenn es ihm beliebt, den Leib, den er bewohnt, verlassen und wieder
dahin zurückkehren. Gewöhnlich verläßt er ihn nur während des
Schlafes, und man glaubt, daß die Träume die "Abenteuer des kra
während dieser Abwesenheit sind. Der srahman oder Geist beginnt
seine Laufbahn erst mit dem Tode des leiblichen Menschen und er
setzt bloß das Dasein, das dieser Mensch vorher in seinem Leben
geführt hat, im Lande der Toten fort. ‚Man muß daher getrennt betrachten:
1. den lebenden Menschen; 2. den kra oder Geist, der
in ihm haust: 3. den Geist oder srahman, obwohl dieser nur die
Fortsetzung des ersteren in Gestalt eines Schattens ist.
Diese Unterscheidung gilt für alles, was existiert: Wenn ein
Gebüsch zerstört oder verwelkt ist, so schlüpft sein kra in ein Samenkorn
hinein, das nun zu keimen beginnt, und der Geist des Gebüsches
begibt sich ins Land der Toten. Ebenso fährt der kra des Schafes,
wenn es getötet worden ist, in ein neugeborenes Schaf hinein und
der Geist des Schafes geht ins Totenreich, um: den Geistern der
Menschen zu dienen... Das Land der Toten selbst, seine Gebirge,
Wälder, Bäche sind nach den Aussagen der Schwarzen die Geister
von Dingen, die vorher in unserer Welt existiert haben.
So ist also der kra nicht die Seele. Die Seele ist, nach dem
gewöhnlichen Sinn des Wortes, >» das Wesen, das etwas belebt, das sich
vom Körper loslösen kann und ihn überlebt«, das » Vehikel der persönlichen
Existenz des Individuums« — während jeder kra ein Geist ist,
der in vielen Menschen gehaust hat und wahrscheinlich noch in vielen
anderen hausen wird. In gewisser Hinsicht gleicht der kra einem
Schutzengel. Aber er ist dennoch mehr als das. Seine enge Vereinigung
mit dem Menschen ist durch die Tatsache bezeugt, daß die nächtlichen
Abenteuer während seiner Abwesenheit dem betreffenden Menschen bei
seinem Erwachen bekannt sind. Ja, er fühlt sogar körperlich die Folgen
der Handlungen seines kra. Wenn ein Schwarzer sich bei seinem
Erwachen steif und schlecht ausgeruht fühlt oder wenn seine Glieder