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In ihrem kleinen Zimmer im Hinterhause faK
Ruth am offenen Fenster, die Hände auf den Schoß
gefaltet, und starrte sinnend in die Ferne hinaus.
Die große runde Scheibe des Vollmonds war eben
über dem Horizont aufgetaucht und warf breite
Streifen unsicheren Achtes über die Landschaft, die
endlos langen Schatten der Sträucher und Bäume
immer dunkler färbend.
Das weiße Licht umflutete die stille Gestalt
des jungen Mädchens, und es schien fast, als ob sie
sich auflösen wollte in dem Mondenschein, als ob
sie dahin schmelzen würde in der Nachtluft — so
ätherisch, so anderweitig nahm sie sich aus in dem
silberdurchschossenen Feenmantel.
Nur ihre Augen, thränenfeucht, oder leidenschaftlich
glühend, oder träumerisch verheißungsvoll,
verrieten das menschliche Herz unter der kalten^
gleißenden Strahlenpracht.