—13Hsich
verstört um und vor ihm stand, starr aufgerichtet,
totenbleich, mit geisterhaft phosphoreszierenden
Augen ihn durchbohrend, Ruth.
Langsam hob sie ihre Hand und hielt ihn: das
Schmuckstück hin. Und einer unwiderstehlichen Suggestion
folgend, nahm er ihr das Stückchen Gold
ab, während seine Blicke noch immer wie gebannt
an den ihrigen hingen.
„Weißt Du, wem das Kreuz gehört hat?"
fragte sie mit harter, unmusikalischer Stimme.
„Bei—ein!"
„Lies!" befahl sie.
Er besah sich das Schmuckstück. Aber seine
Hände zitterten und vor seinen Augen flimmerte es.
„Lies!" sagte sie noch einmal in demselben
farblos furchtbaren Ton.
Er las, in sehr feinen Lettern auf der Rückseite
graviert: „Ruth Koster, 23. 8. 83."
Er war froh, daß er saß; denn er fühlte, seine
Rniee würden zusammengesunken sein.
Er hatte sich das Rreuz niemals näher angesehen.
Gr hatte es in Wahrheit gänzlich vergessen,
bis er seine Sachen zur Reise nach Rroonstad
gepackt. Und dieselbe unbegreifliche Intuition,
die ihn damals veranlaßt, es an sich zu nehmen,