Einerlei eines Alltagslebens an der Seite von Piet?
Warum hatte Er ihr denn das Licht, das Herrliche,
gezeigt, um es gleich wieder auszulöschen und die
Finsterniß um sie her viel tausendmal schrecklicher
zu machen?
Während Ruth jedoch in dem tiessten Abgrund
der Verzweiflung jammerte, schien es Tom, als sähe
er auf einmal ferne, ganz ferne wieder den
Abschein einer Hoffnung, die ihm schon untergegangen
war. Vielleicht, nach Rionaten, nach Jahren
würde sie, die er vergötterte, anfangen zu vergessen.
Vielleicht würde seine Treue, seine stete Anhänglichkeit
sie rühren, und er wäre ja mit dem geringsten
Zeichen ihrer Zuneigung zufrieden. Er verlangte
keine heiße Leidenschaft; er war ihrer ja so
unwert. Ein freundlicher Blick, ein dankbares Wort
würden ihm genügen; und endlich mußte ihr Herz
sich seiner demütigen Anbetung erschließen.
Außerdem, Piet Sanden war ja ihr Vetter und
jetzt doch wohl mehr oder weniger der Vormund der
Verlassenen. Und Landen würde ihm zu Dank verpflichtet
sein, wenn er, Tom, den Leutnant in die
Hände der Buren lieferte und diese unnatürliche
Heirat unmöglich machte. Ls war ein Unrecht, ja
ein militärisches Verbrechen, das er begehen wollte.