war und leise bitterlich weinte. Erst nach einiger
Zeit sah er sich wieder um nach ihr.
„Was ist Dir, Ruth?" fragte er erschreckt.
„Nichts! Nichts!" wehrte sie schluchzend ab.
Aber er hielt sofort den Wagen an und legte wieder
seinen Arm tröstend und beschwichtigend um ihre
Schultern.
„Aber Liebling, weshalb weinst Du denn nur?"
Sie suchte sich seiner Umarmung zu entreißen.
Doch er hielt sie fest. Und auf einmal brach ihr
Widerstand zusammen, sie sank hilflos an seine Brust
und hob ihr thränenüberströmtes Antlitz zu dem
seinen empor.
Er küßte sie und noch enger schmiegte sie sich
an ihn, als suche sie Schutz — vor sich selbst.
„Wir wollen lieber umkehren! " schlug der
Mann vor. „Es wird zuviel für Dich."
„Ja!" nickte sie leise ihre Zustimmung. Doch
dann zog sie sich mit einem Ruck zusammen, warf
einen schnellen Blick der Furcht rings umher, und
rief:
„Da, zurück, Edgar! Schnell, schnell zurück!
Um Gottes willen," und sie packte seinen Arm vor
Aufregung, „kehre sofort um, diesen Augenblick!"
Er sah sie nur erstaunt und besorgt an.