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„Ja, ja, er hat dein kleines Kind/' sagt er ihr jetzt,
stolz auf seine Kenntnis der Eingeborenensprache, „deshalb
soll er auch..."
„Hat?! Nein, er hat nicht!" ruft die Alte.
„Wie?" fragt Warnke, der meint, nicht recht verstanden
zu haben. „Er hat nicht..."
„Nein. Er hat nicht mein Baby. Er ist mein Baby!"
Warnke wendet sich an den Polizisten, der den Langen
herangeschleift hat. „Wie ist das? Ich habe dich doch
aus gut Deutsch gefragt: „Ist er das?" Und du hast mir doch
darauf geantwortet: „Das ist er!"
„Ja, das habe ich, Massa."
„Na also!"
„Ich habe gesagt: Das ist er! aber gemeint habe ich
der Baby," stottert der Polizist.
„Wie? Das ist dein Kind, was dir geraubt ist?" wendet
sich Warnke an die Schwarze.
„Ja, Herr, das ist es."
„Ein zwanzigjähriger, baumlanger, starker Mensch,
ein geraubtes Kind!" denkt Warnke und lacht und schüttelt
den Kopf. „Was für Irrtümern der Mensch doch zwischen
diesem schwarzen Volke ausgesetzt ist!"
„Erkläre!" wendet er sich an die Schwarze.
Die hockt nieder und erzählt:
„Vor zwanzig Jahren kamen die Aschantis ins Land,
wie Wasser aus dem Volta, und trieben uns Agotimeleute
vor sich her wie der Sturm die Heuschrecken. Alles floh
— mein Mann und ich auch, und wir ruhten nicht eher, als
bis wir nach Atakpame, an der Dahomegrenze, kamen. Dorthin
kamen die Aschantis nicht, denn Behanzin war noch
König da. Vor dem hatten die Aschantis Angst. Ein volles
Jahr blieben wir dort bei unserem Gastfreund. Und da wir
das Unsrige auf der Flucht verloren hatten, bezahlten wir
den Gastfreund mit meinem Leibe. Ich gebar dort einen
Knaben. Als wir nach Agotime zurückgingen, ließen wir
den Knaben zurück. Aus Vorsicht, denn wir wußten nicht,