'»^»!*^>.;-^;.-.;^.-^/v Tns zweite Mrs!cht - .' -? -.^s: ^v:«r^v.5: v- 19
Alles Zureden seiner alten Mutter half nichts.
„Sein Bestes einsetzen für etwas Großes. das kann
man hier zu Hause nicht. Hier gibt's nichts Großes nur kleinliche
Alltagsmisereu," meinte Arnstetten und blieb dabei.
Am nächsten Tage, die Geschwister waren auf Besuch
in die Nachbarschaft gefahren, erinnerte ich Frau
von Arnstetten an ihr Versprechen und hielt — mit Ellen
loar ich ja längst einig — in aller Form um die Hand
ihrer Tochter an.
„Ich hasse Sie," kam es langsam von ihren Lippen.
„Erst rauben Sie mir meine Tochter, und jetzt haben
Sie mir auch noch meinen letzten Sohn genommen." Sie
hatte ihren Gatten und ihre zwei ältesten Söhne im
Kriege gegen Frankreich verloren, ein dritter war mit
dem „Iltis" gesunken.
Ich war wie vom Blitz getroffen. Einen solchen Vorwurf
hatte ich uicht erwartet. Bestürzt fah ich zu Boden
und wußte zunächst nicht, was ich sagen sollte.
Es entstand eine lange Panse, während welcher ich
mühsam nach Worten sachte, um ein auf das schmerzlichste
berührtes Mutterherz zu trösten.
Da drangen auf einmal seltsame, klagende Laute in
einer Sprache, die ich nicht verstand, an mein Ohr und
machten mich aufsehen. Die Laute kamen von Frau von
Arnstetten, die mit verzerrtem Gesicht und Augen, in
denen alles Licht erloschen war, auf einen Fleck der gegenüberliegenden
Tür starrte.
Heute weiß ich, daß die Worte, die Frau von Arnstetten
damals sang, gaelisch und an eine dunkle Macht,
an die die alten Gaeleu glanbten, gerichtet waren, und
ich erinnere mich, daß Ellen mir einmal erzählt hatte,
ihre Mutter entstamme einem sehr alten schottischen Lairds-Geschlecht
und einer Gegend, in der sich Reste der Sprache
der Ureinwohner Schottlands bis auf deu heutigen Tag
erhalten haben. 2*