Bewohner der Andamanen-T nseln
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mit der Heirat. Er legt die Grundlage für den zeremoniellen Tausch, wie wir
hm im Kula-Handelsspiel der Trobriander begegnen. In Afrika bei den
Pangwe ist er für Handelszwecke bereits wirtschaftlich rationalisiert.
In Bezug auf die Nahrungsmittel ist es indessen vielfach anders. Hier
herrscht im allgemeinen das Gesetz, daß ein jeder von seinem Überfluß
den anderen etwas abgibt. Ein älterer, verheirateter Mann reserviert für sich
selbst und seine Familie so viel als er braucht, gibt aber das übrige an seine
Freunde. Von einem jüngeren Mann erwartet man, daß er das Beste, was er
bekommt, an die älteren Leute abgibt. Das ist ganz besonders der Fall bei
den Junggesellen. Tötet ein unverheirateter junger Mann ein Schwein, so
muß er es sich gefallen lassen, daß einer der älteren Männer es verteilt,
alle besseren Teile an die „Geronten‘““ gehen, während er und seine Gefährten
sich mit den minderen Stücken begnügen müssen. Als Folge dieser Sitte
wird tatsächlich alle erbeutete Nahrung in der Gemeinde gleich verteilt;
die Ungleichheit besteht nur darin, daß die Jüngeren gegenüber den Älteren
benachteiligt sind. Damit hängt auch die religiöse Fundierung mancher
Speiseverbote in der Form von „Tabu“ zusammen. Indessen ist es eine Ehre
für den Jäger, möglichst reiche Beute seiner Gemeinde heimzubringen. .
Auch hier beherrscht die Arbeitsteilung zwischen den Männern und
Frauen das wirtschaftliche Leben: jeder Mann kann jagen und fischen, ein
Kanu aushauen, Bogen und Pfeile und sonstige Geräte herstellen, sein Beil
und Messer und Stricke für die Harpune; jede Frau sammelt Früchte und
gräbt mit ihrem Stock nach Wurzeln, fängt Krabben und kleine Tiere und
besorgt das Kochen, sie fertigt Körbe, Netzbeutel und persönlichen Schmuck
für sich und ihren Mann an.
Die Angelegenheiten der Gemeinde werden hauptsächlich durch die älteren
Männer und Frauen geleitet, denen sich die jüngeren unterzuordnen haben.
Dies tritt nicht nur bei der Verteilung der Jagdbeute zutage, sondern insbesondere
auch beim Wechsel des Lagers und der Jagdgründe. Die Leitung
gründet sich hauptsächlich auf die reifere Erfahrung der Alten, und findet
sogar in besonderen Anredeformen an ältere Männer und Frauen ihren Ausdruck
(Brown A. R. 44). Diese „Alterstitel‘“ werden auch den Namen der
legendarischen Ahnen vorangesetzt und sogar auf Sonne und Mond ausgedehnt.
Neben diesem Respekt vor dem Alter tritt noch ein solcher vor bestimmten
persönlichen Eigenschaften in Erscheinung. Dabei handelt es sich
vor allem um Geschicklichkeit in der. Jagd und in der Kriegsführung, um
Großmut und Freundlichkeit und um eine gleichmäßige Liebenswürdigkeit
im Umgang. Ein Mann mit solchen Eigenschaften erlangt stets einen be-Jdeutenden
Einfluß in seiner Gemeinde, ja er kann sogar seine Ansicht gelegentlich
gegen einen älteren Mann durchsetzen. Die Jüngeren schließen
sich ihm an und sind bestrebt, ihm dadurch zu gefallen, daß sie ihm Gaben
bringen oder bei der Arbeit helfen, wie etwa bei dem Aushauen eines Kanus,
ihn auf die Jagd oder den Schildkrötenfang begleiten. In jeder Gemeinde
fand sich stets ein Mann, der auf diese Weise andere in ihrem Tun lenkte.
Unter den Häuptern mehrerer miteinander befreundeter Gemeinden gelangt