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Full Text : Repräsentative Lebensbilder von Naturvölkern

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Wildbeuter des Waldes

besprochen wird, und dauert auf Lebenszeit. Auch unter Männern, die gemeinsam
 die Schildkröten- und Schweineverspeisungszeremonie bei der
Jünglingsweihe durchgemacht haben, herrscht ein ähnliches gehemmtes
Freundschaftsverhältnis, mit Tausch von Geschenken. Den psychologischen
 Anlaß dazu wird man vielleicht in der Sorge zu suchen haben,
Streitigkeiten könnten auf mystischem Wege Schädigungen des Kindes oder
der Freunde nach sich ziehen, die auf den Urheber zurück wirken.
Bemerkenswert im Gesellschaftsbau der Andamanesen ist die große Rolle,
die das Alter, wie wir sahen, spielt. Dazu gehören auch die Pflichten des
jüngeren gegen den älteren Bruder.
Die freundlichen Beziehungen unter den Gemeinden wurden vor allem
durch Zwischenheiraten unter deren Angehörigen, durch die Adoption von
Kindern aufrecht erhalten, die weiterhin Besuche, Geschenke und Zusammenkünfte
 im Gefolge hatten. Besuche von Einzelnen fanden hauptsächlich
in der Zeit des guten Wetters (Dezember bis Mai) statt. Die Zusammenkünfte
ganzer Gemeinden wurden durch die angesehenen Persönlichkeiten von Zeit
zu Zeit veranstaltet und dazu oft. auch noch Nachbarn eingeladen. Die
Besucher verblieben dabei mehrerer Tage, wobei Jagden, Schmausereien
und Tänze, sowie der oben erwähnte Austausch von Geschenken veranstaltet
wurde, Namentlich auch zur Beendigung von Streitigkeiten und Kämpfen
dienten derartige Gemeindebesuche, denn wenn auch im allgemeinen die
Leute friedlich waren, so fehlte es nicht an selbst jahrelangen Blutrachekämpfen
 (Brown A. R. 86).

b) Die Weddas von Ceylon.
Zu den primitiven Waldstämmen, die in voller Auflösung begriffen sind,
gehören die Weddas von Ceylon. Ein großer Teil von ihnen hat sich mit
den Singhalesen vermischt und lebt teils in Dörfern, teils an der Küste. Verhältnismäßig
 am reinsten erhalten sind diejenigen Stämme, die heute noch
Felswände und Höhlen in den Urwaldgegenden als Unterkünfte benutzen;
sie sind kleiner an Wuchs als die Mischlinge. Die einzelnen Familien werden
einem Stamm oder einer Sippe —waruge zugerechnet, die gleichzeitig die Einheit
 für ein exogames Heiratssystem bildet. Die Zugehörigkeit dazu wird
nach der Mutter berechnet. Einige Stämme oder Sippen, wie die Morane
und Unapene, betrachten sich als überlegen anderen gegenüber, den Namadewa,
 Uru und Aembala. Die letzteren Sippen waren nämlich verpflichtet,
an die ersteren gewisse Abgaben zu leisten, wenn ein großes Tier erlegt oder
ein besonderer Fisch gefangen worden war; sie mußten auch die Strickleitern
zum Einsammeln des wilden Honigs herstellen. Worauf diese Verpflichtungen
zurückzuführen sind, konnte leider nicht ermittelt werden.
Während die Küstenweddas ihre alten Gewohnheiten zum Teil aufgegeben
 haben und auch ihren Zusammenhang mit den übrigen im Laufe der
Zeit fast verloren, die Dorf-Weddas zum Anbau von Feldern übergingen,
ieben die „wilden Weddas‘“ unter den Felsüberhängen und Höhlen noch
nach alter Art. Diese Felsunterkünfte spielen eine wichtige Rolle in der
Bewegung der Familien und Familiengruppen. Sie wechseln diese traditio-
            
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