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Full Text : Repräsentative Lebensbilder von Naturvölkern

Die Weddas von Ceylon

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nellen Unterkünfte je nach der Jahreszeit und dem ihr entsprechenden
Beuteertrag. Sie ziehen diese F elsunterkünftel) dermaßen den‘ Hütten
vor, daß sie lieber große Entfernungen zurücklegen und gelegentlich die
Nacht‘ unter einem provisorischen Schutz verbringen. Bei der Felswand
ist gewöhnlich auch ein Tanzplatz angelegt.

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Abb. 6. Plan der Felsensiedlung von Pihilegodagalge, mit der Verteilung der
einzelnen Familien. Jede Familie bleibt streng innerhalb ihrer Grenzen, die
Frauen genau auf dem gleichen Platz. Ebenso legen sich die heimkommenden
Männer auf dieselbe Stelle. Das Essen wird mitunter von einer Frau für alle Familien
 zusammengekocht; die Waffen der Männer an einem bestimmten Platz
zusammengestellt. Aus Seligmann.'

Die Männer ziehen gewöhnlich in Gruppen auf die Jagd, die Frauen graben
nach wilden Yamswurzeln. Zur Jagd wird oft ein Teil des Waldes angezündet.
In der Regenzeit steht das Fangen von Leguans und Baumbären im Vordergrund.
 In der Trockenzeit sammelt man Beeren und Früchte. Entsprechende
Vorräte werden aufgestapelt und der Überschuß an Gemeindeangehörige
mit geringerer Beute verteilt. Wenn mehrere Familien in einer Hütte oder
Höhle zusammenleben, so hält sich jede streng an den ihr zukommenden
Bezirk; die Frauen befinden sich immer mit ihrer Feuerstelle an dem gleichen
Platz, und wenn der Mann kommt, so hält er sich ausschließlich dort auf.
Die Nahrung wird häufig von einer Frau gekocht und an die übrigen Angehörigen
 der Gemeinde verteilt. Bemerkenswert ist, daß die Männer Bogen
and Pfeile niemals mit sich in ihren Bezirk nehmen, sondern stets auf einen
bestimmten Platz, „„das Arsenal“, hinstellen. Auch hier ist die Arbeitsteilung
nicht so zu verstehen, daß nicht Männer gelegentlich auch nach Yams graben
würden oder kochten; die Männer besorgen aber hauptsächlich das Trocknen
und Räuchern von Hirschfleisch, das sie für Zeiten dürftigen Jagdertrags
aufbewahren. Die Ehe beruht auf vorherrschender Monogamie, und die Verbindungen
 sind dauernd. Die Frauen werden in der gleichen Weise behandelt
wie die Männer, die sie eifersüchtig bewachen, insbesondere Fremden gegenüber.

Nur unter den Weddas, die von Tamilen oder Singhalesen beeinflußt sind,
scheinen Reifeweihen abgehalten zu werden. Die Auswahl der Braut geschieht
 in der Weise, daß zwei Personen niemals in die Familie ihrer Mutter
heiraten dürfen. Das würde als „Blutschande“ gelten und mit dem Tode
bestraft werden. Die Tochter heiratet entweder den Sohn von ihres Vaters
Schwester oder den von ihrer Mutter Bruder, die beide nicht den gleichen
Sippennamen tragen. In Ermangelung der erwähnten Person nimmt sie
irgend einen aus einer anderen Sippe (Slam. .C. G. [11] 75).

1) Man vergl. Slgm. [11] Tafel XVII—XIX u. XXIII mit „Minateda*“ RLVg. 8 Taf. 59.
            
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