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Full Text : Repräsentative Lebensbilder von Naturvölkern

Pfleger von Pflanzen und Tieren

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gewinnung und in ihrem sozialen Leben doch weitgehende Eigenartigkeit
aufweisen. Diese manifestiert sich sowohl in den soziologischen Besonderheiten,
 die wir kennen lernten, als auch im Besitz verschiedener Werkzeuge
und Geräte je nach der Lebensführung in Eis, Steppe oder Wälder. Nicht
selten aber haben sie überdies Waffen:oder Werkzeuge von höheren benachbarten
 Völkern übernommen.
So können wir nur mit großer Zurückhaltung von ihnen auf vorgeschichtliche,
 wirklich primitive Wildbeuter, etwa der Altsteinzeit, zurückschließen.
Die oben aufgeführten charakteristischen Züge können nur unter gewissen
Einschränkungen auf die frühgeschichtlichen Menschen angewendet werden.
Alles, was als unzweifelhaftes Ergebnis des Einflusses höherer Völker betrachtet
 werden muß, wird sowohl auf ethnologischem wie auf soziologischem
Gebiet ausgeschlossen werden müssen. Wenn der Mensch der Altsteinzeit
z. B. die Schwippgalgenfalle nicht kannte, so wird er auch nicht den Bogen
besessen haben. Wenn er in keinen dauernden Gemeindeverbänden lebte,
so kann er auch kein Häuptlingtum gehabt haben. Wenn keine Überschichtungen
 oder sozialen Staffelungen vorhanden waren, kann es auch keine
Sklaverei gegeben haben usw.
Doch müssen wir gerade unter Berücksichtigung der oben geltend gemachten
 Punkte auf eine große Zahl von Varianten schließen und dürfen
diesen sicher nicht als einen einheitlichen Typ betrachten, sondern müssen
verschiedene Varianten nebeneinander ’ gelten lassen. Daher werden auch
viele Funde nicht ohne weiteres sukzessivisch einzuordnen sein, sondern
man wird vielleicht mehr den Gedanken eines variablen Nebeneinanders
gelten lassen. Überdies darf man sich auch dem Gedanken von möglichen
Extrembildungen nicht verschließen.
Man wird fernerhin für den Altsteinzeitmenschen einerseits soziale Stufen,
andererseits soziale Entdeckungen und Erfindungen zuzugestehen haben.
Dazu gehört etwa die Jünglingsweihe (die heute z. B. bei den Eskimo und
den Nordsibirern fehlt), ferner die Heiratsordnungen, die sich an das Entstehen
 von festen, größeren und dauerhaften Gemeindebildungen geschlossen
haben dürften.
So vermögen wir mit Hilfe der Völkerkunde auf induktivem Wege und
unter Anwendung der nötigen Vorsicht und Kritik auch einen Blick auf das
Lebensbild der prähistorischen Vorfahren des Menschentums zu werfen.
Das Bild dürfte größere Sicherungen verheißen als die früher allzu verbreitet
zewesene rationalistische Spekulation, die sich bald der einen, bald der anderen
 Maxime bedient.

I. PFLEGER VON PFLANZEN UND TIEREN
Einen prinzipiellen Unterschied gegenüber den Wildbeuterkulturen' bildet
die pflegliche Einstellung gegen Pflanze und Tier. Allerdings wird man sich
den Übergang von dem einen Kulturhorizont zu dem anderen nicht
            
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