Die papuanischen Kai-Leute aus Neu-Guinea ;
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Sumpf armtief herausheben, um eine Menge von Lianenblätter in den Untergrund
zu betten und wieder zuzudecken, wie das auch sonst auf den polynesischen
und mikronesischen Inseln üblich ist (Krämer [26] 3, 49; Murphy
725] 356, 380). Daran schließt sich als Fortschritt und Ausgestaltung, insbesonders
in Anwendung auf höher gelegene Landstriche, die Anlage von
leicht bewässerbaren terrassenförmigen Wasserbeeten an Abhängen. Solche
sind aus den verschiedensten Teilen der Welt bekannt geworden: aus Indien
und Ceylon, dem malaischen Archipel und aus Japan, aus Fiji, Neukaledonien,
dem polynesischen Mangaia und aus den Neuen Hebriden sowie aus
Ocfemia von Hawai (Krämer [28] 170), insbesondere aber aus Südamerika,
aus dem alten Peru.
$ 1. Homogene Jäger-Feldbauer.
a) Die papuanischen Kai-Leute aus Neu-Guinea.
Wenden wir uns einer papuanischen Gemeinde zu, der der Kai-Leute,
lie im Hinterland des Hüon-Golfes in den Bergen sitzen. Bei einer Zählung
der Urwohner des Sattelberges im Umkreis von vier Stunden kam man
alles in allem auf kaum 900 Menschen. Nimmt man dazu noch die Gegend
nördlich und südlich bis zur Meeresküste, soweit sie von Kai-Leuten bewohnt
ist, so dürfte man eine ungefähre Bevölkerungszahl von 2500 erreichen.
Allerdings finden sich auch noch in den dichter bewaldeten Bergen des
Hinterlandes Siedlungen, die dem kleinwüchsigen Kai-Volk zuzuzählen
sind. Die Siedlungen umfassen 2 bis 6 Häuser, von denen gewöhnlich mehrere
zu einem Gau gehören, der ein abgegrenztes Gebiet besitzt. Jedes Dorf
steht nur etwa 1!/, bis 2 Jahre. Nach dieser Zeit werden die Hütten so
morsch, daß sie neu errichtet werden müssen. Dies bildet den Anlaß, einen
neuen Wohnplatz aufzusuchen. Gewöhnlich wendet man sich dann einem
älteren verlassenen Platz zu und kehrt, wenn man inzwischen noch eine
Weile auf zwei oder drei anderen Orten gesiedelt hat, nach einiger Zeit
wieder auf den ersten zurück, eine Lebensweise, die man etwa als halbnomadisch
bezeichnen könnte, und wie wir sie nicht unähnlich auf den Andamanen-Inseln
kennen lernten.
Von den Wohnplätzen eines Gaues zeichnet sich einer gewöhnlich aus,
an dem die Hauptfeste gefeiert und die Dorfhäupter begraben werden. J ede
kleine Siedlung hat ihr Oberhaupt. Die Häuser, besonders der Hauptdörfer,
werden so angeordnet, daß sich zwischen ihnen ein freier Platz befindet,
auf dem Tanz und andere Festlichkeiten abgehalten werden. Das größte
Haus besitzt das Oberhaupt, das auch fremde Gäste beherbergt. Zur Zeit
der Jünglingsweihen werden besondere Hütten errichtet, die auch zur Aufbewahrung
der bei diesem Feste benötigten Schwirrhölzer dienen. Weiter
im Inland baut man Hütten der letzteren Art nicht. Dort haben die Männer
ihre Häuser für sich und ebenso die Frauen, und die Männer kochen ihre
Speisen meist selbst. Bei den Kai jedoch leben die Eheleute zusammen,
7 Thurnwald I.