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Full Text : Repräsentative Lebensbilder von Naturvölkern

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Homogene Jäger-Feldbauer

für sich Existierendes auffaßte, das man konservieren und mit dem man so
ein geschicktes Handeln und Verhalten auf lange Dauer hin fördern konnte.
Natürlich mußte auch die Pflanzungsarbeit selbst mit der entsprechenden
Sorgfalt und Behutsamkeit ausgeführt werden, die wieder in der ganzen
Weltanschauung und in dem Zusammenhang der Dinge verankert liegt.
Die Arbeit des Pflanzens wird im Sinne eines Vorbildzaubers (s. T. [RL]
„Zauber“) symbolisiert durch eine alte Frau, die sich eines sorgfältig zurecht
gemachten Grabstocks aus bestem Holze bedient. Mit diesem pflanzt sie
zunächst Maniok-Setzlinge mit ihren Gehilfinnen nach einem vorgeschriebenen
 und sorgfältig beobachteten Verfahren, das von bestimmten Anrufungen
 an die Erdgöttin begleitet wird. Darauf erst kann das übrige Pflanzen
 von Maniok beginnen. In ähnlicher Weise findet auch die Erntezeremonie
statt.
Beim Pflanzen und Ernten anderer Feldfrüchte, von Mais, wilden Bananen
usw. werden gleichsinnige Verfahren eingeschlagen.
Das Jagen und Fischen der Männer ist ebenfalls von einem reichen Zeremoniell
 umgeben. Wir haben es hier mit seßhaften Leuten zu tun, die von
einem festen Standort aus auf Jagd gehen, nicht so wie die Wildbeuter,
die überwiegend den Bewegungen ihrer Jagdtiere folgen. Eine Jagdunternehmung
 stellt daher bei diesen seßhafteren Stämmen ein außerordentliches
Ereignis dar, an das man mit besonderen Vorbereitungen herangehen muß.
Der Gedanke einer pfleglichen Sorge für das Jagdwild, den wir übrigens in
nuce schon mehr oder minder bei den Wildbeutern vorfanden, tritt hier
besonders deutlich in Erscheinung. .
Acht Tage vor Beginn einer Jagdunternehmung enthalten sich die Canelos-{ndianer
 des Genusses von Salz und indischem Pfeffer, weil sie meinen,
daß dadurch die Hunde verdorben werden könnten. Auch die Hunde werden
während dieser Zeit festgebunden, um sie vor dem Verschlingen von Exkrementen
 zu bewahren, weil sie sonst nach der Meinung der Indianer
nicht imstande sind, die Spur von Jagdtieren aufzuspüren. Während dieser
Zeit enthalten sich die Männer auch des Umgangs mit ihren Frauen, weil
zie sonst, wie man meint, die Tiere und Vögel nicht mit ihrem Blasrohrpfeil
oder heute mit der Flinte treffen. Überdies bemalen sie ihr Gesicht rot,
weil sie so die Tiere und Vögel mehr „anziehen“ und sie mehr Glück auf
der Jagd haben. Sogar die Hunde färbt man rot. Außerdem werden noch
verschiedene andere Zaubermittel verwendet, wie kleine Kieselsteine, Haarbüschel,
 Holzstücke und dgl., die man im Magen gewisser Tiere oder Vögel
gefunden hat usw. Gehen die Jibaros oder Canelos zur Jagd auf Hügel,
insbesondere auf solche, die sie vorher noch nicht besucht haben, so hüten
sie sich, laut zu sprechen, und verhalten sich ruhig. Bei der Jagd auf wilde
Eber läßt man sich von einem Zauberer erst hesandere Sprüche sagen, da
man meint, daß die Eber durch den Geist eines alten Weibes, die deren Mutter
ist, in einem Stall gehalten werden, aus dem sie erst herausgelassen werden
müssen, wenn der Jäger Glück haben soll.
Die großen Jagdunternehmungen finden namentlich zu dem Zwecke
statt, Wild für die großen Feste zu beschaffen, und dauern ein bis zwei Wochen.
            
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