Der Bund der Irokesen
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Sie nehmen ihren Ausgangspunkt. vom Hause des Festveranstalters. Vor
dem Abmarsch wird ein Trommeltanz veranstaltet, bei dem Maniok-Bier
getrunken wird, das die Frauen zubereitet haben und den Männern reichen.
Zum Schluß werden sie alle von einer alten Frau noch am unteren Gesichtsteil
rot bemalt, dann mit einem Reiser auf Kopf, Schultern, Arme und Beine
geschlagen und laufen dann fort zum Fluß, wo sie die bereitgehaltenen Kanus
besteigen. Während der Abwesenheit des Mannes zur ‚Jagd darf seine Frau
das Haus nicht mit einem Besen kehren, „weil er sonst keine Beute nach
Hause bringt“.
Man glaubt, daß ein guter Jäger seine Geschicklichkeit im Schießen der
Vögel und Tiere mit dem Blasrohr an einen Jüngeren dadurch übertragen
kann, daß er Tabaksaft aus seinem Mund in die Nase des anderen laufen
Jäßt. Dies hängt einerseits mit dem verbreiteten Glauben an den Speichel
als Kraftträger (s. T. [RL.] „„Ldol, Zauber“), andererseits mit der Rolle zusammen,
die man dem Tabak als Träger der Intelligenz zuschreibt.
Eine ähnliche Operation wird mit indischem Pfeffer an den Augen vollzogen,
wenn ein Jäger meint, nicht gut genug sehen zu können. Natürlich
bedienen sich die Jibaros auch verschiedener Fallen für den Fang von Vögeln
und kleiner Tiere; einige verwenden sie auch bei Kämpfen gegen Menschen.
Das Fischen findet gewöhnlich mit Netzen oder durch Harpunieren statt,
aber auch durch Vergiften von Wasseradern oder Tümpeln; in Bächen vermögen
sie Fische auch mit der Hand zu fangen.
Vor der Jagdunternehmung oder vor einem Kampf sucht man häufig
durch Hellsehen das Ergebnis zu prophezeien. Dazu wird vorher ein Aufguß
aus Blättern mit narkotischer Wirkung getrunken.
Die Stämme der Jibaros- und Canelos-Indianer sind als Feldbauerstamm
ohne soziale Staffelung bemerkenswert. Überraschend ist eine starke Ähnlichkeit
mit dem papuanischen Stamm der Kai-Leute, namentlich im Halten
von Hunden, Schweinen und Hühnern., Schweine und Hühner sind
kein vorcolumbischer Besitz. Trotzdem finden wir sie einbezogen in. das
kultische Zeremoniell, ein Umstand, der darauf hinweist, daß das charakteristische
Denken auch eingeführter fremder zivilisatorischer Bestandteile
sich bemächtigt. Die Frauen als Trägerinnen der regelmäßigen Ernährung
nehmen eine bevorzugte Stellung ein. Die Beschäftigung mit der
Pflege der verschiedenen Feldfrüchte hat tief das ganze Denken und Fühlen
durchdrungen. Dabei ist der mystische Zusammenhang der Zugehörigkeit
im symbolischen Sinne scharf ausgebaut. Das Streben nach sorgfältiger
Vorbereitung aller Unternehmungen prägt sich auch im Jagdritual aus.
e) Der „Bund der Irokesen“.
Von großer Bedeutung ist der bekannte Bund der Irokesen, der gegen
Ende des 16. Jahrhunderts fünf Indianerstämme zusammenschloß, um Blutvergießen
und Gewalttat unter ihnen zu verhindern. Möglicherweise handelte
es sich dabei um eine freie Verbündung, wie etwa beim griechischen Amphyktionen-Bund.
Durch Anschluß an den Bund erlangten die Mitglieder der
beteiligten Stämme Schutz auch bei den anderen Angehörigen des Bundes